Ersatz für geteilte Kalender bei mailbox.org

Ein Bereich, bei dem die von Mailbox.org angebotene Funktionalität noch hinter dem herhinkt, was man bei Google wahrscheinlich liebgewonnen hatte, ist die Freigabe des Kalenders z.B. für die anderen Familienmitglieder. Dabei gibt man seinen Kalender für z.B. die Ehefrau frei, und die sieht dann des Ehemannes Termine in anderer Farbe in ihre Termine eingemischt und sieht sofort, wo eine Lücke für einen gemeinsamen Termin ist usw.

Zwar gibt es bei mailbox.org sogenannte Familien-Accounts. Die sind aber mit Neuanlegen von Kalender und Adressbuch und so verbunden, sowohl bei Verbindung wie auch bei der Trennung. Und das gefällt mir nicht. (Schließlich gibt es vielleicht auch ohne standesamtliche Trennung  Gründe dafür, die Accounts wieder zu trennen.)

Kalender freigeben

So, und wie bekommt man nun den status quo ante wieder hin? Die Antwort heißt „Berechtigungen/Andere einladen“ aus dem „Burger Menü“ des Kalenders. Damit gibt man den eigenen Kalender frei, indem man die E-Mail-Adresse des significant other eingibt.

mailboxorg-freigabe

Die erhält dann eine Mail mit einem Link zu einer Seite, auf der sie den Kalender sehen kann. Ohne weitere Einstellungen ist das „nur lesen“, und das entspricht genau dem Verhalten des Google Kalenders.

Kalenderfreigabe in macOS abonnieren

Die Mail sieht aus wie unten gezeigt, und das interessante darin ist der Link hinter „Ordner anzeigen“. Den kann man sich per Kontextmenü (rechte Maustaste) mit „Link kopieren“, äh, tja, kopieren.

mailboxorg-cal-mail

Mit dem Link in der Zwischenablage wechselt man zum Kalender, klickt Ablage > Neues Kalenderabonnement und fügt den Link in die erscheinende Dialogbox ein.

kalender-abonnieren

Tada! Die Termine des Ehemanns erscheinen im Kalender.

Kalenderfreigabe in iOS abonnieren

So, letzter Akt: Auch iDingens sollen den Kalender des Partners anzeigen.

Dazu ein Tipp vorab: Die Mailbox.org-Mail und -Kalender sollten auf iPhone und iPad über den Accounttyp Exchange eingerichtet werden. (Die Technik dahinter heißt ActiveSync.) Der Grund, warum ich hier nicht IMAP (für Mail) und CalDAV (für den Kalender) nehme, ist, dass mit nur mit Exchange Termineinladungen in der Mail bearbeitet, d.h. angenommen und in den Kalender übertragen werden. Mit IMAP und CalDAV fehlt diese wichtige Brückenfunktion.

Hier braucht man den gleichen Link (am besten die Mail auf dem iTeil öffnen und den Link wieder kopieren). Dann in die Einstellungen für die Kalender, einen neuen Account „Andere“ anlegen

ios-cal-sub-01

und als Accounttyp ein „Kalenderabo hinzufügen“,

ios-cal-sub-02

den kopierten Link einfügen, und … fertig!

Fazit

Damit endet die wilde Hatz von der Mailbox.org Website über den macOS Kalender bis zu den iDevices. Der Kalender schaut wieder aus wie zu Google’s Zeiten, die eigenen Termine und die des Partners in einer Ansicht. Schon hat man wieder die Übersicht, um den nächsten Abend mit Gästen zu planen.

 

Google Kalender nach mailbox.org umziehen

Weil wir es hier gerade von mailbox.org und Kalendern haben: Ich musste ein paar Versuche machen, um den Inhalt (also die Termine) des Google Kalenders an den Mailbox-Kalender zu verfüttern. Google hat ja die Takeout-Funktion, die eigentlich einen Export des Kalenders als .ics Datei ermöglicht. Die müsste man doch dann über die Mailbox.org-Web-Oberfläche direkt in den Kalender importieren können, oder?

Leider nicht. Für bestimmte Termine (und bei mir waren das viele) beschwert sich der Mailbox.org Import über doppelte IDs, d.h. Dinge, die eindeutig sein sollen, sind es nicht. Der direkte Weg ist also verbaut.

Abhilfe schafft Thunderbird (das etwas unpopuläre Brüderchen von Firefox), das inzwischen mit Kalender und Aufgabenverwaltung inklusive kommt (die Komponente heißt Lightning). In Thunderbird kann man den Google Kalender einbinden, und dabei reicht für diesen Zweck die „nur-lesen“ (read-only) Variante. Und vom Thunderbird aus exportiert man den Google Kalender dann nochmal:

googlecal-export

So, und mit diesem Export (wieder eine .ics-Datei) verwendet man nun den Kalender-Import auf der Mailbox.org-Website:

mailboxorg-calendar-import

Zur Qualitätssicherung legt man dann den Mailbox.org-Kalender auch noch in Thunderbird an, gibt ihm eine andere Farbe als dem Google Kalender und kann dann schauen, ob alle Termine doppelt angezeigt werden. Die einzige Abweichung, die ich gefunden habe, ist die Darstellung von Ganztags-Terminen. Aus Google kommen die als Termin von 0:00 bis 24:00 Uhr (oder so). Da ist ein bisschen Nacharbeit notwendig.

Als oller Programmierer habe ich auch mal geschaut, ob man den Erfolg der Migration per Programm „beweisen“ kann. Also, Export von beiden Kalendern und dann beide Dateien vergleichen. Stellt sich raus, rein textuell geht das nicht, weil sich die internen .ics Strukturen zwischen Google und Mailbox.org ein bisschen unterscheiden.

Und Kommandozeilen-Programme, die aus beiden Kalender-Servern die Daten abziehen und in ihren Format ablegen, leiden unter allen möglichen Einschränkungen. Bei einem Package war es so, dass die Export-Datei kleiner wurde, wenn man einen größeren Export-Zeitraum auswählte. Da hab ich’s dann gelassen. Bin jetzt einen Monat auf dem neuen Kalender und es hat sich noch keiner beschwert, dass ich „seinen“ Termin vergessen hätte.

 

mailbox.org in macOS Calendar einrichten

Auf der Website von mailbox.org ist ein Artikel, mit dem man den Zugriff auf den mailbox.org Kalender wunderbar auf iOS Geräten einrichten kann. Beim Mac habe ich jetzt schon das zweite Mal mit viel Stirnrunzeln zu lange für die Einrichtung gebraucht. Daher dokumentiere ich das jetzt hier.

Was ist mailbox.org? Ein Anbieter von Mail, Kalender, Adressbuch und WebOffice/Drive, mit der Besonderheit, dass ich dafür zahle. Also der Kunde bin, nicht die Ware.  Mir keine „maßgeschneiderte Werbung“ &c. ansehen mus. Und so Sachen wie Support funktionieren in der Regel auch, schnell. Mir gefällt’s, aber das nur am Rande.

Zur Einrichtung:

In den macOS Einstellungen Internet-Accounts auswählen, dort: „Anderen Account hinzufügen …“

mailbox-org-calendar-01

CalDAV-Account auswählen

mailbox-org-calendar-02

Wichtig: Accounttyp: Manuell auswählen, dann die Mailbox.org UserID (oft vorname.nachname@mailbox.org, mit dem @mailbox.org-Teil!), das Passwort und zum Schluss die Serveradresse: https://dav.mailbox.org/caldav/26

mailbox-org-calendar-03

Wenn man nicht „Manuell“ für Accounttyp angibt, kann man diese URL so nie eingeben. Dann scheint es zwar zu funktionieren, der Kalender synchronisiert aber nicht.

Die magische 26 in der URL ist der Standardkalender. Falls mehrere Kalender existieren, kann man auf der Mailbox.org Web-Oberfläche in den Eigenschaften der Kalender diese Nummer herausfinden und dann in der URL verwenden.

Nach dem Anmelden dauert es ein bisschen, dann beginnt der macOS Kalender die Synchronisation.

Hope that helps :)

Kleines Update, 2016-09-04: Hat man den Kalender eingerichtet, funktioniert es lustigerweise rein durch Häkchen-setzen, auch die „Erinnerungen“ bei mailbox.org zu verwenden:

mailboxorg-erinnerungen

 

Um die Daten vom iCloud-Account nach Mailbox.org umzuziehen, einfach die Listen (falls mehrere benötigt werden) mit (+) Neue Liste => Mailbox.org anzulegen und dann die Todos am besten stückweise (5-10 auf einmal) von der alten in die neue Liste zu ziehen. Warum schreibe ich „stückweise“? Weil bei „alle“ mir mal alle Todos verloren gegangen sind. Warum, konnte ich nicht herausfinden. Dafür konnte ich herausfinden, dass ein Restore vom iCloud Backup funktioniert.

Q: Also, warum jetzt nochmal Mailbox.org?

A: Weil mir der Satz, „wenn du nicht zahlst, bist du nicht der Kunde, sondern die Ware“ irgendwann im Gehirn stecken geblieben ist.Bei Google, Microsoft &c. zahl‘ ich zwar nicht, dafür werden meine Mails und alles andere zu einem Interessenprofil für Werbetreibende verarbeitet und verkauft. Bei Mailbox zahle ich einen monatlichen Beitrag und bleibe unprofiliert.

Mailbox.org – ähnlich wie posteo.de – ist ein deutscher Anbieter von ähnlichen Dienstleistungen wie Google Mail, Calendar und Drive, oder Microsoft Outlook und Live Drive, u.v.a.m. Basis-Accounts kosten 1 Euro im Monat, was sich gesundheitsförderlich durch den Verzicht auf zwei Schokoriegel im Monat gegenfinanzieren lässt.

Für mehr Geld gibt’s mehr, z.B. die Möglichkeit E-Mail-Aliase einzurichten. Einen für den Versandhändler, einen für die Tauschbörse, einen für den Telefonanbieter. Diese Alias-Adressen bekommen genau diese drei Dienste mitgeteilt. Schon haben Phishing-Mails keine Chance mehr, weil es genau eine Adresse gibt, an der authentische Mails von Händler, Telefonanbieter oder Online-Börse ankommen; und die kennt außer den Anbietern ja keiner.

So, und nun liest Google nicht mehr bei mir mit und weiß auch nicht mehr, wann ich was mache. Als nächstes ziehe ich die ToDo-Liste („Erinnerungen“ auf dem Mac) von iCloud nach Mailbox.org um (das ist nur ein Schalterchen), dann weiß Apple auch nicht mehr, was ich so vorhabe.

 

 

 

Effects of Remastering?

Today I went through the boxes of archived CDs in the basement, looking for any CD that so far escaped ripping into iTunes. I happened across Peter Gabriel’s „US“ (Remastered)1, which hadn’t made it into the library, while the original 1992 disk had already made it.

After having ripped the remastered edition, I was curious if the remastering would make a difference in the file size. The theory here being, that Apple MPEG-4 encoding, like MP3, does remove „inaudible“2 parts of the music.

  • So, if remastering was a „fake“, not adding anything to the original edition, file sizes should be the same for original and remastered disks.
  • Different, that is: larger, file sizes for the remastered work would indicate that indeed remastering added some quality the original master didn’t possess.

My totally unscientific findings are, yes, remastering made a difference.

Compare file sizes of the original and remastered edition of Peter Gabriel's Us album.

Compare file sizes of the original and remastered edition of Peter Gabriel’s Us album.

This screenshot shows the file sizes for the original (1992) disk and the remastered (2000) disk, and as you can see, files are somewhat larger. Even those that appear the same, have some extra bytes when you look closely:


12890057 5 Nov 2010 Us/05 Only Us.m4a 12898782 18 Aug 20:52 Us (Remastered)/05 Only Us.m4a

Now, an experiment that seems to confirm your expectations is about the worst you can have. So many things could be different besides the remastering. To name a few:

  • Between encoding the original and the remastered disk, the encoding algorithm could have changed. Probably has, now that I think about it.
  • What about CD aging? The 1992 disk had been ripped in 2010; the 2000 remaster has been ripped 2016. Both disks have waiting about the same time (18 and 16 years, respectively), and Peter Gabriel doesn’t use cheap CDs, so maybe yes, maybe no.
  • What about the CD drives used, and the exact settings for the iTunes encoder? Nothing documented in the lab book? Boo!
  • And shouldn’t we already be worried that the disk detection (that fetches the track listing from Gracenote or some such) can’t readily distinguish between the original and the remaster, offering a pick of both?

Well, luckily for you, dear reader, that hasn’t fallen asleep by now, I have here Peter Gabriel 2 („Scratch“) und 2 Remastered, and I fully intend to be more scientific this time.

Here we go, iTunes import settings, documented:

Screenshot of Import settings in iTunes

Import settings in iTunes

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

And, of course, I’ll use the same computer, same disk drive to rip both.

I recommend listening to that album yourself just now, while we wait for iTunes. Did you know that none of the songs on Peter Gabriel 2 where included in the greatest hits album „Shaking the Tree“?

And … the results are in:

screenshot of file sizes of ripped Peter Gabriel 2 album and remastered edition

Peter Gabriel 2 CD from probably 1987 vs remaster from 2002

 

Hey, that was 1) way more scientific and 2) resulted in a visible difference. Maybe there is some benefit in remastering.

(Yes, even Animal Magic gained some discernible bytes:)


6946275 18 Aug 22:12 2_ Scratch [Remastered]/07 Animal Magic.m4a 6905707 18 Aug 22:04 Peter Gabriel (2)/07 Animal Magic.m4a

  1. We talked about that re-releasing business a few days ago
  2. I know, some people claim they can hear MP3 compression, or for that matter any compression. Well, with the encoding set to higher bit rates, I can’t. 
 

iPad Cover

iPad-Cover mit Patina

Apple iPad Cover, nach vier Jahren Dienst

Die Patina gefällt mir; altert edel. Hoffe, ich auch :)

 

Leichte CMS und Blogsysteme

Habe die letzten Tage krankheitshalber im Bett verbracht und dabei ein paar sog. leichtgewichtige und schlanke CMS und Blog-Systeme angetastet.

Soll ich euch was sagen? Ich mache mit WordPress weiter.

Was die anderen leichter und schlanker sind, gleichen sie durch ruppige Installation und nur fast hübsche Themes und andere Niggeligkeiten bei der Benutzerführung wieder aus.

Also nehm ich lieber was bekanntes, gepflegtes, wo man an jeder Ecke Antworten auf seine Fragen findet.

 

Master of the Re-Release

Mr. Peter Gabriel just re-releases his [Still] Growing Up [Unwrapped] package in DVD and in whatever format came after the DVD.  That, after re-releasing his most recent three studio albums (that would span „So“ from 1986, „Us“ from 1992 and „Up“ from 2002) as „half-speed“ Vinyl. That, after re-releasing his first four studio albums as „half-speed“ mastered Vinyl.That, after re-releasing his hit album „So“ for its 25th anniversary, which was released after he re-released all his studio albums remastered on CD …

That’s a whole lot of re-selling material that every half-hard core fan already has thrice in his collection. Of course, fans like me dream of new material for Pete’s sake!

Track List of the Future

Peter long ago and since then repeatedly mentioned doing another album. (Yes, on the Growing Up tour he declared „Animal Nation“ to be from the next album.) Here’s a list of what came out in the meantime, and once you look at it, there’s enough good stuff for a proper release. But the master needs to tinker some more, I believe.

  • Sagrada (from „So“ era)
  • Animal Nation
  • White Ashes (with lyrics, originally from „Ovo“)
  • Wild (I’d guess „Ovo“ era, cousin to the „Tower that Ate People“)
  • Baby Man
  • Daddy Long Legs (showcased on „Back to Front Live“)
  • Why Don’t You Show Yourself (showcased on „Back to Front Live“)
  • I’m Amazing (though this track to me seems to be at least two songs mixed into one; needs a producer to clean up)
  • Love can Heal (presented at a „Rock Paper Scissors“ concert with Sting, a relative to „Mercy Street“ with some cello in it)

You see, there’s enough to fill an album. Seems Peter needs someone to prick him to finish all those songs and finally, well, you know, release 'em.

 

Typographie, von alt bis aktuell

Matthew Butterick, Practical Typography

Typographie ist, wenn der Text nicht nur Sinn macht, sondern auch schön anzusehen ist. Im WWW gibt es z.B. inzwischen viele HTML-/CSS-Frameworks, die nicht nur Features sammeln, sondern sich auch Gedanken über Lesbarkeit machen.
Ich weiß nicht mehr, wie ich darauf kam, aber vor einiger Zeit schon habe ich mich bei Matthew But­t­er­ick festgelesen. Der ist eigentlich Jurist, hat aber auch zwei, drei Fonts gezeichnet und ein Buch über Typografie geschrieben, das ich nur empfehlen kann.
Darin geht es recht praxisnah um die richtige Sorte Schriftarten für bestimmte Dokumente, wie eine WebSite aussehen kann, wenn man die eingefleischten Limitationen der Web-Anfänge aus dem Hirn wirft, und was es für Alternativen zu den hinlänglich bekannten Schriftarten Arial und Times New Roman gibt. Das sind aber nur ein paar Pointer; das ganze Buch lohnt sich!
(Die Lektüre hat mich dazu bewogen, das Template dieses Blogs mal wieder zu ändern.)

John Boardley, The First Roman Fonts

John Boardley schreibt auf ilovetypography darüber, wie die Drucker im 15. Jahrhundert ihre ersten beweglichen Lettern schnitten. Wie aus den klösterlichen Schriften mit kleinen Buchstaben und den aus alten lateinischen Inschriften bekannten Großbuchstaben zum ersten Mal ein harmonischen Zusammenspiel zu finden versucht wurde.
The First Roman Fonts möchte von seinem Umfang her ganz deutlich ein „richtiges Buch“ werden. Ich fand die Lektüre sehr faszinierend, auch weil unter anderem die wirtschaftlichen und auch familiären Verflechtungen der Drucker untereinander beleuchtet werden. Wer an solchen Themen Gefallen hat und die Muse dazu findet, wird sicherlich dem Text weitere Details abgewinnen.
Überhaupt ist I Love Typography eine Schatzkiste, die erneute Besuche rechtfertigt.

=> Als Randbemerkung und Kontrast zur Erfindung der ersten Schriftarten sei hier noch auf TYPESET IN THE FUTURE verwiesen. Ein Blog, in dem akribisch dokumentiert wird, wie die Schrift- und Kennzeichnungssysteme in naher bis ferner Zukunft ausgesehen gehaben gewerdet sein.1

Martin Z. Schröder, Druckerey

Bei Martin Z. Schröder, dem Drucker aus Berlin, finden sich ebenfalls interessante Beiträge zur Geschichte des Bleisatzes. Eher näher dran an der Jetzt-Zeit, durchaus mit Rückblicken auf die eigene Ausbildungszeit.
Die Beiträge wechseln zwischen Werbung für die eigenen Erzeugnisse (durch Einblicke in den Erstellungsprozess, nicht durch große Worte), Reportagen über das Schaffen von Kindern und Lehrlingen in seiner Werkstatt, bis hin zum Abhandlungen über typographische Feinheiten.
Aber auch „Unboxing“-Freunde kommen auf ihre Kosten.
Aus der jüngeren deutschen Geschichte finde ich auch seine Einblicke in die DDR seiner Jugend- und Ausbildungsjahre erhellend.


  1. conjunctivus fictionalis futurensem, Zeitform für fiktionale Zukünfte
    (Ach, gibt es auch nicht-fiktionales Sprechen über die Zukunft?) 
 

Logitech K380

Erster Eindruck

Die Logitech K380 fühlt sich sehr gut an und erinnert optisch an die Siemens-Tastaturen der 1980/90er Jahre. Robust, schwer, rutscht nicht.Die Tasten haben zwar nicht viel Hub, aber dafür einen genehmen Gegendruck.

Außerdem macht längere Texte schreiben am iPad mit Cursortasten und Tastenkürzeln einfach mehr Spaß als ohne. Die Return-Taste ist übrigens zweigeschossig, und die doofe CapsLock-Taste hat weiterhin ein ihrer Bedeutung für’s tägliche Schreiben unangemessenes Villen-Grundstück.

Die Tastatur hat eine leichte Keilform, so dass die Tastenreihen leicht ansteigen. Ganz okay für Tippen, während die Tastatur auf den Knien liegt, gut, wenn sie auf einem Tisch liegt.

Die Tastatur ist ein bisschen breiter als das 10 Zoll iPad, etwa vier Zentimeter breiter.

=> Volker Weber hat gerade Tastaturen speziell für das “kleine” iPad Pro getestet

Integration

Wichtigste Eigenschaft und Abgrenzung zu einer reinen iPad-Tastatur: Die K380 kann per Bluetooth mit drei Geräten gepaart werden. Per F1..F3-Taste wählt man dann, mit welchem Gerät man aktuell verbunden ist. Möglich ist also z.B.

  • F1 für’s iPad
  • F2 für’s iPhone
  • F3 für einen Smart-TV, oder wie bei mir für das Windows (Dienst-) Phone.

Sehr gut integriert sich die K380 ins iPad:

  • Lautstärke-Tasten in der obersten Tastenreihe funktionieren ebenso wie die
  • Transportsteuerung für das zuletzt wiedergegebene Medium.
  • Gut auch, dass es eine Home-Taste gibt. Danach muss man zwar auf das iPad tatschen, aber um schon mal den Wechsel einzuleiten …
  • Überrascht hat mich, dass das iPad einen Taskwechsler wie macOS hat, die Kombination Alt-Tab zaubert ihn zu Tage.
  • Alt-Shift-Links/Rechts wechselt die Tabs im Safari? Wow.

=> Logitech’s Support-Seite mit weiteren Shortcuts, z.B. einem “plattformübergreifenden” Cut&Paste über die fn-Taste.

Alles in allem eine preiswerte Anschaffung Tippen auf Reisen, wenn man einen Zoo aus Touch-Geräten dabei hat. Auch längere Texte werden mich auf diesem Keyboard nicht verzweifeln lassen.

 

„Calling all Stations“, revisited

Neulich mal in die Kiste mit den CDs geschaut und festgestellt, welche es (warum auch immer) nicht in die iTunes Bibliothek geschafft haben. Genesis‘ 1997er LP „Calling all Stations“ war darunter und ich habe sie nun doch noch gerippt.

IMG_9107

Das Album war damals eine ziemliche Enttäuschung:

  • Für die Fans von „Genesis mit Phil Collins“ war der neue Sänger, Ray Wilson, womöglich zu rockig.
  • Für die „Genesis mit Peter Gabriel“-Fans ist alles unterhalb jenseits des Originals ohnehin unzumutbar :)
  • Für die Erfolg gewohnte Band war es bestimmt unterdurchschnittlich. In Amerika verkaufte es so wenig, dass sie dort nicht mal auf Tour gingen.

Aber packe ich das Album heute nochmal aus, klingt es nicht so schlecht, vor allem wenn man es seinem direkten Vorgänger „We Can’t Dance“ gegenüberstellt. Es greift an manchen Stellen Themen früherer Alben wie „Invisible Touch“ oder „Genesis“ wieder auf.

  • „Calling All Stations“ ★★★ ist ein schönes GlamRock-Stück. Würde gut auf „Genesis“ zwischen „Mama“ und „Home by the Sea“ passen.
  • „Congo“ ★★★★★ habe ich von Anfang an gemocht. Das afrikanische Trommel-Prelude mit Harmonika (someone say „Schifferklavier“), der Refrain geht auch in Ordnung. Zwei Minuten vor Ende gleiten wir dann kurz in die Collins-Zone. Nochmal Refrain und dann in der Coda tobt Tony kurz übers Keyboard, die „Congo“-Chants kommen wieder durch, alles in allem sehr okay.
  • „Shipwrecked“ ★★ ist, behaupte ich, ein Tony Banks Tongemälde, das wir in der Art schon oft gehört haben, ich drücke einfach »
  • „Alien Afternoon“ ★★★ referenziert nicht nur vom Titel her die alten Zeiten, ist vielleicht eine Idee aus „Illegal Alien“-Tagen. Die etwas verbogene Tonleiter später finde ich in „Silver Rainbow“ wieder.
  • „Not About Us“ ★ ist auch so ein „uns fällt gerade nix ein“-Genesis-Song. „In Too Deep“ von „Invisible Touch“ als Stammbaum? »
  • „If That’s What You Need“ ★ hätte auf einer Mike & the Mechanics-Platte niemanden aufgeregt. »
  • „The Dividing Line“ ★★★★ Hier scheint mal wieder etwas Anspruch auf. Eine Mischung aus „Tonight Tonight Tonight“ und  „Domino“ von „Invisible Touch“, also nicht von schlechten Eltern.
  • „Uncertain Weather“ ★★ Teilweise pompös, teilweise sentimental. „Man on the Corner“ von „Abacab“ und „Say It’s Alright Joe“ von „And Then There Were Three“ mit einer Stelle (2:30min), an der Ray tatsächlich nach frühem Peter Gabriel klingt.
  • „Small Talk“ ★ Eine klassische Banks-Nummer, würde ich sagen. Ich hatte mal die LP „BankStatement“ von Tony, die klang so. »
  • „There Must be Some Other Way“ ★★ Fängt schon wieder „Mama“-esk an, breitet dann aber den Streicherteppich aus, wie „Tell Me Why“ von „We Can’t Dance“¹.
  • „One Man’s Fool“ ★★ eines der epischen Stücke wie „Driving the Last Spike“ („We Can’t Dance“) oder „Domino“ („Invisible Touch“).

Insgesamt für mich eine solide Leistung, zwar nicht auf Augenhöhe mit „Invisible Touch“, aber vor „We Can’t Dance“ muss es sich nicht verstecken. Wer das Album damals aufgegeben hat, mag ihm eine zweite Chance geben.

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¹) Überhaupt, „We Can’t Dance“. Hätte Genesis danach aufgehört, hätten sie ihre „Recording Artists“-Karriere mit dem Song „Fading Lights“ beendet. Das hätte rein vom Titel her schon Stil gehabt.