It’s the Platform, Stupid?

In den letzten Tagen sind zwei fachlich fundierte Artikel von Entwicklern herausgekommen, die sich mit dem „Krieg des Tages“ befassen. Da in der binären Welt der Computer man sich ja noch nie auf ein Bestes einigen konnte, besteht in der Java-GUI-Gemeinde nun der Konflikt zwischen AWT/Swing auf der einen und SWT/JFace auf der anderen.

In seinem mit dem schönen Titel „SWT Happens“ bedachten Text argumentiert „Mr. Ed“, dass Eclipse mit seinem Ansatz, die jeweils nativen GUI-Elemente (Widgets) der zugrundeliegenden Plattform zu verwenden, sich einen Wartungsalbtraum aufgebürdet hat. Das SWT muss die Ansteuerung der jeweiligen Fenster-Plattform (Windows, X-Window/GTK, Motif, Mac OS X) komplett plattform-abhängig implementieren. Nach oben, im SWT selbst, stehen dann plattform-übergreifend nur jene GUI-Elemente zur Verfügung, die auf allen Plattformen verfügbar sind. Allerdings mit Ausnahmen: Eine Baumansicht, wie die Ordnerstruktur im linken Fenster eines Windows-Explorers, steht auf vielen Plattformen nicht nativ zur Verfügung. Die Anwendungsbereiche für diese Darstellung sind aber so viele und die Anwender an diese Darstellungsweise so gewöhnt, dass niemand darauf verzichten möchte. Daher werden solche Widgets in Eclipse plattform-übergreifend programmiert.

Bei Eclipse/SWT ist das die Ausnahme. Um solchen Dingen generell aus dem Weg zu gehen und Anwendungen sozusagen die GUI-Maximalausprägung bieten zu können, greift Sun’s AWT/Swing garnicht auf native Elemente zurück, sondern läßt sich nur eine weiße Leinwand bereitstellen (die gibt’s überall) und malt alle Widgets selbst.

Die Kritik von „Mr. Ed“ bezieht sich hauptsächlich darauf, dass der SWT-Code nicht frei von Fehlern ist, und wegen der Unterstützung so divergenter Plattformen wie Windows und Motif auch gar nicht sein kann. Er konstatiert, dass seine Produktivität wegen dieser Fehlersuche unter SWT deutlich gelitten hat.

Die Gegenseite in Form von Amin Ahmad’s Swing vs. SWT? geht nicht auf die Low-Level-Aspekte ein, also die Schwierigkeit, ein GUI-Toolkit über mehrere Plattformen hinweg konsistent und in den wesentlichen Funktionen fehlerfrei zu halten. Stattdessen hebt Ahamd auf den Produktivitätsaspekt ab:

Sein Argument ist, dass man SWT/JFace als Basis-Bibliotheken nicht mit AWT/Swing vergleichen darf, sondern die Eclipse-Plattform und ihre Plug-Ins in den Vergleich einbeziehen muss, weil – so Ahmad – in der Eclipse-Plattform schon viele der Probleme umgangen oder gelöst sind, die in der SWT-Infrastruktur existieren. Entwickler sollten sich von den Low-Level-Aspekten fernhalten und auf dem Funktionsangebot von Eclipse aufsetzen.

Auch „Mr. Ed“ nimmt Eclipse in seine Betrachtung auf, kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis als Mr. Ahmad. Er sagt, dass er keine Probleme sieht, Eclipse-ähnliche Projekte auf der Eclipse-Grundlage abzuwickeln. Je weiter aber die Ziel-Applikation sich von der Grundidee hinter Eclipse, einer Entwicklungsumgebung, unterscheidet, desto weniger Unterstützung findet man in Plattform und Plug-Ins. Und dann treten die Probleme in der Infrastruktur wieder mehr zu Tage.

Wer gerade die Umsetzung einer Java-GUI-Applikation plant und noch nicht weiß, ob er auf Eclipse oder Swing aufsetzen soll, wird von der Lektüre dieser Artikel, der darin genannten Referenzen und zum Teil auch den Kommentaren der Leser, nützliche Einsichten gewinnen und Hinweise finden, welche Funktionen seiner Anwendung er besser mit Proof-of-Concepts vorab absichert.

 

Benzin wird nie mehr billiger?

Telepolis fasst den Stand der Dinge in Sachen Öl, Preis und Reserven zusammen. Wie es aussieht ist die Zeit des billigen Öls vorbei. Wenn die OPEC mehr fördern könnte, würde sie das bei gegenwärtigen Preisen sehr wahrscheinlich tun. Aber für mehr Öl braucht man auch mehr Tanker (gibt’s grad nicht und lassen sich auch nicht über Nacht zusammenschweißen) und mehr Raffinerien (gibt’s auch nur selten bei ALDI). Und die Frage, wieviel denn noch im Boden ist, hat auch mehrere unpräzise Antworten, z.B. diese:

Telepolis: Peak Oil : [D]ie OPEC-Länder [haben sich] ihre Reserven in den 1980ern über Nacht erhöht, weil die Produktionsmenge auf der Menge der Reserven basierte. Wollte man also mehr verkaufen, musste man mehr haben. Hier gibt es mithin einen Trend dazu, die Reserven nach oben zu verfälschen. Demnach hätten wir also viel weniger Öl, als wir glauben.

Also, statt durch die Gegend düsen, lieber mehr am Solarzellen-versorgten Notebook bloggen!

 

Selten im Bild: TCP/IP-Stack

TCP/IP-Stack

Meistens unbeachtetes Kernstück unserer häuslichen IP-Infrastruktur (von oben nach unten):

  • Ethernet Switch
  • IP-Router
  • DSL-Modem

Und egal, wo im Haus man sich anstöpselt, überall hat’s Internet. Und dank Router dazwischen auch einigermaßen sicher!

 

Schandmännchen

Wegen solcher Kommentare gehört das Schandmännchen eingesperrt in die Handbibliothek!

Schandmännchen – Die Satireseite : Allerdings war [Eckart von Klaeden] anschließend verdammt enttäuscht, als er erfuhr, dass nicht genügend Leute bei Phoenix angerufen hatten, um Fischer aus dem Big- Brother- Container rauszuwählen.

entdeckt durch it&w

 

SAP-perlot!!!

Als ehemaliger SAP-Berater liebe ich kleine Boshaftigkeiten gegen die eierlegende Wollmilchsau SAP.

Soeben bin ich beim „Nachschlagen“ in LEO auf das Verb und Substantiv „sap“ gestoßen.

Da kann man zum Beispiel lernen, dass „sap“ auf Deutsch so viel bedeutet wie „Trottel“, „Dummkopf“ oder sogar „Totschläger“.
Und „to sap“ bedeutet zum Beispiel „schwächen“, „aufzehren“ oder „ochsen“.

Nomen est omen? Also:

SAP ist die Ochsentour für Trottel?

Oder ist gar SAP der Totschläger per se?

Zumindest wird als letztes Argument für eine SAP-Einführung gerne das Totschläger-Argument „1000 Fliegen können nicht irren“ bemüht. Sind ja auch ganze schöne Trottel, diese Fliegen, oder?

 

Grrr!!! Legal, bitte!!!

Thema des Tages: Ein Kollege hat mich gebeten, für ihn ein Notebook bei ebay zu ersteigern. Da es nur für Schreibarbeiten genutzt werden soll, ist die Ausstattung ziemlich egal, nur Office sollte dabei sein. Also, such ich halt bei ebay nach „Notebook MS Office“ — allerdings steht bei 90% der Angebote irgendwas verklemmtes hinter „MS Office“. Auswahl? Bitte!

  • Größtenteils harmlos: MS Office 2003 latest Edition Installed no CD
    Aha, aber mit Lizenz?
  • Unscharf:MS Office Professional Update
    „Update“ von was? Einer Raubkopie?
  • Üblich: Bereits installiert Windows 98 […] sowie MS-Office 2000
    Installiert schon, aber lizenziert?
  • Eingebaute Wertsteigerung: MS Office 2000 prof. (bleibt auf Festplatte; ich weise darauf hin, dass der Käufer laut Gesetz verpflichtet ist, die SW zu entfernen!) – Wert: ca. 600 Euro
    Das ist schön, da wird dem, was ich im Falle einer Ersteigerung zu löschen (vulgo wegzuwerfen) habe, auch noch ein Preis aufgeklebt und damit der „gefühlte“ Wert des Notebook in die Höhe geschraubt!

Liebe Leute, das mag ich nicht! Ich will nun mal legale Software (haltet mich für veraltet). Ihr verunstaltet die Such-Ergebnisse! Nach was soll ich denn suchen, wenn ich eine Office-Version mit Lizenz suche? „Ehrlicher Trottel sucht Notebook mit lizenzierter Version von MS Office“? Schon verstanden!

Alle Zitate entstammen aktuellen ebay-Angeboten. Links unterbleiben „to protect the guilty“. (Wollte ich schon immer mal schreiben.) Und wer ein kostenloses Office sucht, der nehme doch bitte einfach OpenOffice!

Und nein, ich will jetzt nichts über die Ungerechtigkeit hören, Bill Gates Millionen hinterherzuwerfen, und auch nichts über das moralische Recht auf „Privatkopie“ eines MS Office.

 

ongoing · Blogging Client Round-up

Vor ein paar Tagen hatte ich ja meinen Unmut über den Zustand der Blogging-Client-Szene geäußert. Tim Bray hat nun auch nachgeschaut:

ongoing · Blogging Client Round-up: „So here’s the situation: the vast majority of bloggers are stuck writing into a browser input field: which pretty well sucks; they’re writing with one hand tied behind their backs. A small minority are using tools, just now getting good enough for daily use, which are the product of cottage industries.“

Und er wurde fündig, bei Sun selbst. Auf diesen Client werde ich mal ein Auge werfen!

 

Habemus alle Tassen im Schrank?

Anlässlich der Wahl des neuen Papstes ist mir sauer aufgestoßen, wie viele Christen und Nicht-Christen die Ansichten des Papstes (d.i. der Kirche) zu Themen wie Schwangerschaftsverhütung, AIDS-Prävention usw. als das Schlimmste Übel der Welt hinstellen – und deshalb sogleich aus der Kirche austreten würden, wenn sie das nicht zur Steuerersparnis schon vor ein paar Jahren getan hätten.

Schaut man sich in der Welt um, sind es tatsächlich die „Schwarzröcke“, die z.B. aufstrebende Entwicklungsländer in den Ruin stürzen? Nein, das machen IWF und Weltbank.

Hat der Vatikan in seiner Machtfülle bestimmt, dass keine Kondome nach Afrika geliefert werden? Oder findet sich einfach niemand in der ganzen säkulären westlichen Welt, der die Cent-Beträge dafür aufbringen will?

Ist es die Apotheke des Apostolischen Palasts, die die Patente auf alle Anti-AIDS-Heilmittel des Planeten hält und sich weigert, billige Lizenzen an Hersteller in den Entwicklungsländern zu vergeben? Oder sind es eher „Beseitiger von Handelshemmnissen“ wie z.B. das TRIPS-Abkommen, die den armen Kranken einen unbezahlbaren Preis auf die rettende Medizin zwingen?

Ich vermute mal, es hat seinen Grund, warum die Globalisierungskritiker öfter auf den G8-Gipfeln als auf dem Petersplatz demonstrieren gehen!

 

Brauche ich eine Blog-Desktop-Anwendung?

Seit ich den Mac habe, ertappe ich mich immer wieder dabei, zwanghaft im Internet nach Anweundgen zu suchen, die ich zu brauchen meine. Gerade heute waren es wieder Desktop-Apps für das Editieren dieses Blogs. Ich habe schon auf dem PC diverses Zeug ausprobiert, einige Zeit den w.bloggar benutzt, aber ich stelle immer wieder fest: Ich brauche das nicht!

Zwar vereinfachen diese Tools das Managen von einzelnen Einträgen, indem sie die manchmal trägen Web-Interfaces durch ein lokales ersetzen und hintenraus nur die Nutzdaten mit dem Server austauschen. Aber wenn es an das Schreiben (oder Korrigieren) eines Eintags geht, machen alle den gleichen Fehler: Unsauberes HTML.

Zugegeben: Diese Seiten sind auch nicht komplett XHTML-konform. Aber der HTML-Code, den ich von Hand schreibe, ist doch wesentlich konformer als alles was ich bisher von den eingebauten Editoren gesehen habe.

Also tippe ich direkt im „Edit HTML“-Fenster von Blogger und bin’s zufrieden. (Der „visuelle Editor“ von Blogger macht aus der Eingabetaste leider ein
(Zeilenumbruch) statt einen neuen Absatz anzufangen, also

für alten Absatz zu und

für neuen Absatz auf.) Und solange das so ist, bleibt’s bei der Handarbeit!

 

Prüfen Sie Ihr Netzwerk!

Der Heise Verlag (Macher feiner Computerzeitschriften wie c’t) bietet einen neuen Service an, nämlich Nachzuschauen, ob der eigene PC, das eigene Netz von außen sichtbar ist – und wie sehr!

c’t-Netzwerkcheck: Im Idealfall sind alle Ports geschlossen oder werden gefiltert; ihr Rechner kann dann von Würmern aus dem Internet nicht attackiert werden. Zeigt der Test offene Ports an, sollten Sie sich vergewissern, dass Sie diese auch tatsächlich benötigen oder sie schließen. Das kann entweder durch Abschalten der zugehörigen Dienste oder durch passende Regeln für eine (Personal) Firewall geschehen.

c't Netzwerkcheck Ergebnis
So schaut mein Router also von außen aus. Alles im grünen Bereich!