Ein besseres Wort für "selbstbetitelt"?

Wenn ein Musiker oder eine Band ein Album aufnehmen, schöpfen sie oft ihr ganzes Kreativpotential aus, stecken es in Texte, Melodien, Drums und Basslines – und stehen am Ende erschöpft vor der Frage: „Und? Wie heißt euer neues Album?“ Das ist der Punkt, wo sie dann zusammenbrechen, kapitulieren und sagen: „So wie wir!“

Zum Beispiel: „Portishead“ von Portishead, „Shania Twain“ von Shania Twain oder „Britney“ von Britney Spears. Die anglo-amerikanische Fachjournaille spricht dann von „self-titled“ und das wird dann halt mit „selbstbetitelt“ übersetzt.

„Selbstbetitelt“ kann aber nur bedeuten, dass die Band selbst den Titel herausgesucht hat, es eben nicht jemand anderem überlassen hat, ihr Album zu betiteln. Aber genau dies – selbst einen Titel für das Ding zu finden – ist ihnen nicht gelungen.

„Selbstgemacht“ heißt ja auch nicht, dass man sich selbst gemacht hat.

Gemeint ist, dass die Band das Album „nach sich [der Band] selbst benannt“ hat, und schon diese Formulierung braucht die eingeklammerte Klarstellung. Das selbstbetitelte Album könnte aber auch „sich selbst betitelt haben“. Dann hat das Album aus freier Willenskraft sich selbst seinen Namen herausgesucht. (Hat sowas jemand schon in freier Wildbahn beobachtet?)

Also, bekommen wir denn Sinn in ein Wort gepackt? Mir gelingt es nicht, daher hier ein paar Vorschläge an die Musikredakteure, die leider länger sind als ein Wort:

  • „Das Album heißt wie die Band.“
  • „Für das Album ist der Band kein Titel eingefallen.“
  • „Das nach der Band benannte Album …“

„Bitte gib‘ mir nur ein Wort!“ (Wir sind Helden)

 

Andreas