FAZ: US-Medien von Katrina aufgeweckt

Wie es aussieht, haben die amerikanischen Medien entdeckt, dass sie Politikern auch mal auf den Zahn fühlen können. Man möchte hoffen, dass die neu gefundene Courage nicht mit dem Wasser in New Orleans abgepumpt wird.

Spüren Sie gar nichts von der Wut da draußen, Senator?

[…] Als er [der Vorsitzende des nationalen Katastrophenschutzes, Michael Wood] verkündete, den Tausenden im Convention Center werde nun sehr bald geholfen werden, man habe sie aber erst gestern entdeckt, wurde es der Moderatorin zuviel: „Das kann doch nicht wahr sein. Wir, CNN, berichten seit zwei Tagen von dort. Wieso wissen wir, daß dort Menschen Zuflucht gefunden haben, und nicht Ihre Behörde?

[…] Herr Wood hatte aber noch einige Interviews vor sich, so mit Paula Zahn („Wollen Sie mir erzählen, daß Sie eben erst erfahren haben wollen, daß es im Convention Center nicht ausreichend Wasser gibt? Wir berichten darüber seit Tagen!“) und Ted Koppel („Wir berichten über die Krise nun schon so lange, und Sie wollen uns erzählen, Sie wissen von nichts?“).

[…] Selten hat man so viele gestandene Polizisten heulen sehen wie dieser Tage. In manchen Bezirken von New Orleans sind über sechzig Prozent der Polizisten desertiert – auch das ein Umstand, der nur durch hartnäckiges Nachfragen der Medien zu Tage gefördert wurde.

 

Andreas