Vorhersagen für 2006, revisited

Blake Ross (von Mozilla, die uns den Firefox brachten) hat seine Vorhersagen für 2006 zur Jahresmitte einer Revision unterzogen. Unter anderem:

  • A new summer blockbuster will sweep the box office: „An Inconvenient Truth Returns,“ starring the Fourth Amendment (Lindsay Lohan).
  • AOL will sink back to its original 53,651 subscribers, then implode.

New Years Predictions – Take Two

 

Jugendschutz in den besten Händern

D-frag amüsiert sich über ein Interview mit dem niedersächsischen Innenminister über die USK und die Gefahr von Computerspielen für unsere Jugend.

Schon der erste Absatz des Artikels lässt mich schmunzeln: Wir dürfen nicht warten, bis spektakuläre Einzelfälle von jugendlichen Amokläufern – wie 2002 in Erfurt – zu Opfern führen, sondern müssen präventiv handeln, erklärt Herr Schünemann da und fordert ein Verbot von Killerspielen. Boris Schneider-Johne kontert in seinem Blog mit der Forderung nach einem Verbot von Killerbier. Richtig, auch dort müssen wir präventiv handeln, ehe es durch Alkoholeinfluss zu weiteren Unfällen mit tödlichem Ausgang auf deutschen Straßen kommt! Herr Schünemann würde ein Verbot von Killerbier aber vermutlich nicht unterstützen, schließlich sind die meisten Autounfälle einfach nicht genug spektakulärer Einzelfall dafür. — Realsatire

Und es wird noch schmerzhafter …

 

Was der Präsident mit dem Zustand Ihrer Zähne zu tun hat

Polizeibeamte haben im Vorfeld [des Besuchs von US-Präsident Bush in Wien] Kontakt mit Ärzten aufgenommen, deren Ordinationen entlang der von dem Staatsgast befahrenen Route liegen. Die Ärzte sollten Namen, Geburtsdatum und Adresse jener Patienten offenbaren, die an den Besuchstagen (20. und 21. Juni) vorstellig wurden. — Gläserne Patienten beim Bush-Besuch

Auch Unternehmen sollten die Namen ihrer Mitarbeiter und Kunden bekannt geben, obwohl diese ohnehin nicht in die Sperrzone gelassen worden wären. Unternehmen, die die Daten herausgegeben und Polizisten, die diese Daten verwendet haben, haben sich nach österreichischem Datenschutzgesetz strafbar gemacht.

Wenn George Orwell gewußt hätte, mit was für halbgaren Argumenten wir uns unsere Bürgerrechte aushöhlen und wegnehmen lassen, hätte 1984 wahrscheinlich nicht vom Leben in einer Gedankendiktatur gehandelt, sondern vom Weg dorthin.

Nachtrag: Wer sich darüber ausführlich aufregen und seine Zukunfts(horror)vision literarisch niederlegen möchte, dem sei der Wettbewerb Schreibrecht 2006 des CCC empfohlen.

 

Die Drei Gebote

… schön, wenn amerikanische Journalisten mal nachfragen:

Crooks and Liars

Colbert:What are the Ten Commandments?
Westmoreland: You mean all of them?–Um… Don’t murder. Don’t lie. Don’t steal Um… I can’t name them all.
The guy co-sponsors a bill about the Ten Commandments and doesn’t even know them. Priceless.

 

Running JaxMe Schema Generator / Compiler from the Command Line

JaxMe is an open source implementation of the Java API for XML Binding (JAX-B). Running JaxMe schema generator (Sun calls the equivalent piece of software in its own JAX-B implementation the schema compiler) is normally part of your build process and there’s is a sample ANT task on the website. If you happen to build your project with Maven, there is a maven-plugin, too.

But just without ANT or Maven, running JaxMe from the command line needs the following:

  1. Unpack the JaxMe distribution into a directory (here: d:\prg\jaxme-051)
  2. Write yourself a shell script like this one:
    set JAXMELIB=D:\prg\jaxme-051\lib
    java -cp %JAXMELIB%\jaxme2-0.5.1.jar;%JAXMELIB%\jaxmeapi-0.5.1.jar;%JAXMELIB%\jaxmejs-0.5.1.jar;%JAXMELIB%\jaxmexs-0.5.1.jar org.apache.ws.jaxme.generator.Main %*
  3. Save this as xjc.cmd (that’s what Sun called their stuff)
  4. Running xjc should give you the JaxMe command line options, like:
    A Schema file must be specified
    
    Usage: org.apache.ws.jaxme.generator.Main  [options]
    
    Reads a schema definition from the given 
    Possible options are:
      --bindingFile= Adds an external binding file.
                               Multiple external binding files may
                               be used by repeating this option.
      --force                  Force overwriting files
      --schemaReader=   Sets the SchemaReader class; defaults to
                               org.apache.ws.jaxme.generator.sg.impl.JAXBSchemaReader
      --sgFactoryChain= Adds an instance of  to the
                               generation process.
      --logFile=     Sets a logfile for debugging purposes.
                               By default System.err is used.
      --logLevel=       Sets the default logging level.
                               Possible levels are fatal, error (default),
                               warn, info and debug
      --option=    Sets the option  to the given .
      --package=         Sets the package of the generated sources to
                               .
      --resourceTarget=   Sets the directory where to generate
                               resource files. By default, the same directory
                               is used for Java sources and resource files.
      --target=           Sets the directory where to generate Java
                               sources. By default the current directory
                               is used.
      --validating             Turns the XML parsers validation on.
    
  5. Write another shell script for transforming a schema (I do this because I hate to loose a hard-fought-for command line to an accidental exit in the wrong shell. Additionally I can’t always remember all them incantations when I need to run the same stuff days later.) You need to specify the schema, the target package and the target directory, in which the package will be created (this would be some path pointing into your project). Like so:
    xjc --target d:\src\Verifications\src\jaxme --package de.inpc.[something].vo D:\src\Verifications\src\jaxme\[something].xsd

    Call it compile-[something].cmd

  6. Running the compile-[something] shell script should generate lots of logging and output java classes generated from the schema in your target directory.
  7. These are java sources, before using them you need to compile them.

That’s all it takes – happy JaxMe-ing!

 

Wehrhafter Bürger

Für Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Institutionen wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, […] und andere Bundes- und Landesregierungsstellen sowie Institutionen der Kommunen ist diese Seite kostenpflichtig. Der Besuch dieser Seite schlägt mit 17,83 Euro pro Besucher und Monat zu Buche und wird von mir jeweils zum 15. des Folgemonats schriftlich in Rechnung gestellt. Bei einmaligen Besuchern wird davon ausgegangen, dass sie auch weiterhin die technischen Möglichkeiten haben, diese Seite zu besuchen. Aus diesem Grund werden monatliche Folgekosten in gleicher Höhe fällig, die der Besucher per Überweisung oder Bankeinzug erstatten kann, bis er nachweist, dass es ihm technisch nicht mehr möglich ist, diese Seite zu besuchen.
Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich zur Kontrolle gegebenenfalls persönlich erscheine. — Farliblog: Kontag & Nutzung

Diese Refinanzierungsquelle ist mir als Steuerzahler zwar sehr zuwider, aber ich möchte doch gerne sehen, wie die erste Rechnung bei einer öffentlichen Einrichtung aufgenommen wird. Und vom ersten Kontrollbesuch bei, z.B, der GEZ möchte ich bitte, bitte live dabei sein.

[via lawblog.de : Blogs: Öffentlich-Rechtliche zahlen]

 

Weg vom Mac?

Weg vom Mac? Ich bin doch gerade erst angekommen?!

Mark Pilgrim blogt wieder, und einer seiner ersten Beiträge befasst sich damit, dass er vom Mac zu Ubuntu wechselt. In seinem Beitrag When the bough breaks beschreibt er seine Frustration darüber, dass Apple mit Mac OS X und den enthaltenen Anwendungen seine Daten „wegsperrt“, in für ihn unlesbaren Binärformaten speichert und er so im Fall von Datenkorruption keine Chance hat, seine verbliebenen Daten zu retten.

Er beschreibt Apple als Unternehmen, dass den Wert offener Formate nicht zu schätzen wisse und versuche, ihn auf der Apple-Plattform einzusperren. Mark Pilgrim benutzt seit 22 Jahren MacIntoshs, seine Kommentare sollten also nicht als Newbie-Gejammer abgetan werden.

Seine Überlegungen, in meinen Worten wiedergegeben:

  • Apple liefert Anwendungen mit, die nicht meinen Leistungs-Anforderungen entsprechen, deswegen benutze ich sie nicht. Beispiele: Firefox statt Safari, VLC statt Quicktime, iTerm statt Terminal
  • Apple liefert Anwendungen mit, die meine Daten (Bewertungen, Schlüsselwörter so speichern, dass ich mit anderen Tools im Katastrophenfall (beschädigte Datei) nicht wieder herankomme. Deshalb benutze ich sie nicht mehr.
  • Wenn ich statt der mitgelieferten und mitbezahlten Anwendungen also ihre jeweiligen Open-Source-Gegenstücke einsetze, warum soll ich dann ein kommerzielles OS kaufen und im Kaufpreis all die Anwendungen, die ich nicht benutzen will, finanzieren?

Mark kaufte sich deswegen einen neuen IBMLenovo-PC und installiert darauf Ubuntu (the Linux Distro of the Day).

Tim Bray kann diese Argumente nachvollziehen und überlegt nun selbst, ob der Mac noch das richtige für ihn ist. Time to Switch?. Er hat die Bereiche identifiziert, die für ihn auf der neuen Plattform funktionieren müssen („The Hard Issues“) und scheint entschlossen, sich auf den Weg weg vom Mac zu machen.

Scheingefechte am Rande: Natürlich bekommt man zu einer Zeit, in der die Mac-Plattform neuen Zulauf erhält, weil sie cool, schick und in ist, für solche „Häresie“ ordentlich Feuer unterm Hintern, auch (und vor allem, fügt der Flame-War gestählte Internet-Erfahrene hinzu) von Leuten, die überhaupt nicht zugehört haben, daher wird John Gruber grundsätzlich und legt in seiner Abhandlung And Oranges unter anderem dar, dass es kein absolutes „besser als“ zwischen Computer-Plattformen geben kann.

What you can’t do is compare apples and oranges and somehow conclusively prove that one is better than the other. &mdash Daring Fireball: And Oranges

Und nebenbei beschreibt er treffend wie ich meine Kaufentscheidungen zu treffen pflege:

There’s no way to compile a list that conclusively shows one is absolutely better. At some point it comes down to a feeling. Informed by thinking, after measuring the facts, yes. But a gut decision nonetheless. &mdash Daring Fireball: And Oranges

Oder anders gesagt: Alle Tests lesen und dann verwirrt das nehmen, bei dem ich das Gefühl habe, am wenigsten falsch zu machen.

Und was ist mit mir und dem Mac? Auch bei mir tut Thunderbird statt Mail.app Dienst, weil Mai nicht mehrere Accounts (v.a. reply-to-Adressen je Account) verwalten kann. Firefox und Camino wechseln sich mit Safari ab. (Wobei es für Firefox das nette Theme „GrApple (Eos Pro)“ gibt, das den Firefox wie Safari aussehen läßt.) iTunes und iPhoto laufen auf Hochtouren, bislang ohne Probleme. Mit iWeb bin ich noch nicht richtig warmgeworden, meine aber, auf jeden Fall iWebSites zu brauchen, um mehrere Sites unabhängig voneinander gestalten zu können. (Disclaimer: Hab’s aber noch nicht probiert.) Mein Mac Mini ist jetzt ein Jahr alt. Eine neue Investitionsentscheidung hat noch mindestens ein Jahr Zeit. Keine Eile also mit dem Switch, ich bin ja eben erst angekommen.