RTL mag keine Zuschauer

RTL hat wohl zuviele Zuschauer, jedenfalls unternimmt der Sender, den ich exakt 47 Minuten die Woche gucke, einen konsequenten Schritt nach dem anderen, um Zuschauer loszuwerden.

Bei DVB-T, dem neuen digitalen Rundfunk zu Lande, Ablösung des 70 Jahre alten analogen Übertragungssystems, das völlig klaglos und vor- wie rückwärtskompatibel die Umstellung von Schwarz-Weiß auf Farbe mitgemacht hat (eat this, DVB!), macht RTL nur in Teilen der Republik mit. Bei uns in Stuttgart zum Beispiel nicht. (Auch die anderen Privaten wollen DVB-T nicht. Weil die Umstellung der Sendetechnik so viel kostet, sagen sie.)

Über den Satellit gab’s RTL bisher in digitaler, ne, ich sag jetzt nicht „Pracht“, in digital halt. Aber damit soll’s nun auch ein Ende haben, zumindest für die Couchbewohner unter uns, die keine 3,50€ pro Monat zahlen wollen, um RTL und MTV zu glotzen. (Zumal ich extra wegen denen meinen fast neuen SAT-Receiver rausschmeissen müsste, weil der kein CI-Terminal für die Entschlüsselungskarten hat, wie wahrscheinlich Millionen andere SAT-Receiver auch.)

Summa summarum: Wer seine olle Antenne vom Dach reisst, weil er künftig DVB-T machen will, kriegt im Süden Deutschlands schon mal gar kein RTL, und wer bisher mit seiner Schüssel glücklich war, bekommt es künftig nur gegen Aufpreis. Dumm nur, dass RTL dem Geschäftsmodell nach kein Abo-Sender ist, sondern sich über Werbung verkauft. Und die braucht Zuschauer. Und wenn sich jetzt noch ein paar Leute weigern, wegen RTL einen neuen Receiver anzuschaffen und monatlich 3,50€ für Dr. House zu zahlen, dann hören die damit auch wieder auf.

Update 16:00 Uhr: … und weil es so schön passt: Weniger Fernsehnutzung bei digitalem Empfang (heise online)

 

Andreas