Blogging Under the Influence

… of the new Radiohead album „In Rainbows“, that is. Und eine hübsche Überschrift dazu habe ich auch gefunden:

Radiohead Lets Karma Police Download Pricing

E-Commerce News: Entertainment

Radiohead bieten das neue Album zum Download an, und jeder darf selbst bestimmen, wie viel ihm die Radiokopf-Regenbogen wert sind. Es sind schon Berichte im Web über Leute, die sagen, nach Kauf und erstem Hören hätten sie im Rückblick gerne mehr gezahlt. Auf der eher minimalistischen WebSite des Albums gibt’s aber keinen „Pay More“ button. Noch nicht?

Hat dieses Vertriebsmodell nun Zukunft? Bestimmt, wenn die jeweiligen artists noch ein paar Dinge in den Griff kriegen. Vom finanziellen her wird es wohl kein Reinfall, wenn man sich dies hier kurz durch den Kopf gehen lässt:

Also, what’s interesting to point out is that an artist only makes about $1 USD per each $16.98 USD retail album he sells right now anyways, and I’m certain many will opt to pay at least this much if not more. […] It’s hard to fathom that the record industry makes a big stink about how piracy leads to „starving artists“ when it gives a measly dollar to them while it consumes the other sixteen. — Radiohead Shocks Record Industry With Free Download of New Album

Was mich stört, ist folgende Konsequenz: Wenn mehr Bands auf dieses Vertriebsmodell umsteigen, und jeder seinen eigenen Download-Server und sein eigenes Bezahl-System etc. aufsetzt, wird jeder Album-Kauf zu einem Abenteuer. Mir stellten sich z.B. schon leicht die Nackenhaare auf, als der Radiohead-Server meine ersten Download-Versuche mit „Seite nicht gefunden“ quittierte. (Nachdem die Bestätigungsmail eingetroffen war, funktionierte es dann.) Einkäufe im iTunes-Store sind da soviel angenehmer. Zumal ich da meinen Obulus auch nicht erst von € in £ umrechnen muss.

Zufällig gibt es gerade mehrere Initiativen, die mit oder ohne „Majors“ Musik per Download verfügbar machen wollen, Amazon versucht es mit wasserzeichen-geschützten MP3s. Peter Gabriel gründet eine Art Seniorenheim-Label für eingeführte Top-Acts, erwachsene Pop-Musik, oder wie immer man das auch nennt, was nicht im langweiligen Format-Radio gespielt wird. Madonna verkauft sich gleich an einen Konzertveranstalter.

Also, es bewegt sich was, und wenn die Damen und Herren Künstler bitte davon absehen könnten, für jedes Album und jede Single eine eigene Art des Downloads zu schaffen, dann wird das hübsch.

Ah, falls es jemand interessiert: Das „In Rainbows“-Album gefällt mir sehr gut, schließt stilistisch an „Hail to the Thief“ an, ist also deutlich melodischer als die fragmentarischen Tongebilde von Amnesiac oder Kid A. Würd ich mir für 7 £ jederzeit wieder kaufen. Übrigens: Es wird im Jahre 2008 auch eine herkömmliche CD davon herauskommen, neben dem Mega-Pack aus Doppel-Vinyl und Sammeltasse (oder was auch immer), den sie auf der WebSite anbieten.

 

Andreas