Bundespräsident nennt Militäreinsätze aus wirtschaftlichen Interessen notwendig

Zur Dokumentation:

DeutschlandRadio Kultur hat gestern Bundespräsident Köhler interviewt, der auf dem Rückflug aus Afghanistan seine Unterstützung für die Soldaten betont. Soweit nichts neues. Ab Minute 3 sagt Köhler aber folgendes (mein Transkript, meine Hervorhebung):

Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, z.B. freie Handelswege, z.B. ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen – negativ – durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden. — Köhler: Mehr Respekt für deutsche Soldaten in Afghanistan

Pikanterweise ist diese Passage nur im MP3/Audio on Demand enthalten und nicht im Artikel auf der WebSite selbst.

Ich glaube, ich habe was verpasst! Was ist aus „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“ geworden? – „Außer es ist ein Verteidigungsfall“ – „Oder jemand ruft mit zweifelhaften Argumenten den Bündnisfall aus“. Und jetzt? „Militärische Einsätze zur Wahrung unserer Interessen“.

Interessant, dass DeutschlandRadio und Deutschlandfunk das nicht groß rausbringen. Hat Köhler das zurückgezogen?

… die Suchfunktion von DeutschlandRadio Kultur hat die Formulierung noch im Index.

Update: Nicht mal die Süddeutsche findet das weiter bemerkenswert: „Warum höre ich das nicht von Ihnen?“ – schläft Herr Prantl?

Update 2010-05-26: DeutschlandRadio Kultur schreibt, dass versehentlich den beiden Schnittfassungen des Interviews der gleiche Text zugeordnet war (der von DLF, ohne die obige Passage). Das wurde behoben, der Text gibt nun auch die Passage wieder. DLR Kultur: Köhler: Mehr Respekt für deutsche Soldaten in Afghanistan. So weit, so gut. Frage mich weiterhin, wo die öffentliche Debatte zu diesem präsidialen Standpunkt bleibt.

 

Triple-Fox und die Menüleiste(n)

Ich frage mich immer, warum ich bei Ubuntu so wenig Platz auf dem Bildschirm habe. Ein Indiz sieht man hier: Das Firefox-Fenster auf Ubuntu 10.04 LTS, Windows XP und Mac OS X. Die Schriftgröße der Menüzeile auf Ubuntu ist etwa genau so hoch wie die systemweite Menüleiste von Mac OS X. Dazu kommt aber, dass Ubuntu auch noch eine systemweite Menüzeile hat, also insgesamt doppelt soviel Platz verbraucht wie der Mac.

Ja, natürlich kommt beim Mac noch das Dock dazu, aber 1) kommt bei Ubuntu auch noch die Taskleiste mit der Monitor-Umschaltung dazu, und 2) kann man das Dock super an eine Seite des Bildschirms kleben, denn ich habe eher Platz in der Breite als in der Höhe.

Windows kommt bei diesem Vergleich mal gar nicht so schlecht weg, was vielleicht daran liegt, dass ich ein urzeitliches XP verwende. Zwar braucht es unten Platz für die Startleiste, aber die Applikations-Menüleiste macht sich dann klein, wobei ich noch nie fand, dass die Standard-Schrift von Windows zu klein ist. Ubuntu könnte also hier abspecken.  Gelungen am neuen Ubuntu ist die Optik auf jeden Fall, auch die obere System-Menüleiste nähert sich immer mehr an den Mac an. Fehlt noch das Icon für die systemweite Volltext-Suche und für eine Time Machine ähnliche Backup-Lösung, womöglich in der Wolke?

Und trotzdem bleibe ich beim Mac, denn 1) ich habe keine Killer-Anwendung, für die ich Linux benutzen muss, und 2) funktioniert auch in dieser Iteration mein Canon MP630 nicht out-of-the-box. Gut, das Setup ist anspruchsvoll, der Drucker wird vom Mac oder von der Time Capsule freigegeben (habe beides probiert), d.h. Ubuntu muss ihn als Netzwerkdrucker ansprechen. Aber der Teil funktioniert, der Avahi Rendezvous/Bonjour/ZeroConf-Browser findet ihn und er taucht im Installationsdialog auf, aber einen gescheiten Treiber findet er nicht, und mit dem MP610-Treiber sieht’s zwar so aus als ob, der Drucker mag aber kein Papier bedrucken.

Ich weiß, dass es da inzwischen Treiber von Canon gibt, und ich probiere das vielleicht eines Tages mal aus. Aber für’s Erste war’s das mal wieder mit Linux@Home. Nennt mich unverbesserlich.

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