Nikon 1: Kleines System zum kleinen Preis

Eigentlich fotografiere ich ja mit Canon, aber wie’s so ist …

Wollte halt mal wieder über den Gartenzaun schauen, was die anderen so können. Vielleicht war auch ein wenig Mitleid im Spiel, weil Thom Hogan immer so sehr auf die Nikons schimpft.

Also auf zu ebay und ein System zusammengestellt:

  • Die Nikon 1 V1 kam mit dem Kit-Zoom 10-30mm für € 230.–
  • Dazu das andere Kit-Zoom 30-110mm für € 150.–
  • Und noch das Normal-Objektiv 18,5mm für € 110.–

Also, ein gebrauchtes System für knapp € 500.–

Die Nikon V1 in Stormtrooper-Weiß

Die Nikon V1 in Stormtrooper-Weiß

Was auf jeden Fall positiv auffällt, ist die Geschwindigkeit des Autofocus-Systems. Die Farben gefallen mir (auf dem Monitor) bisher auch. Da muss ich aber mal auf Papierbildchen warten, um den Eindruck bestätigen oder widerlegen zu können, dass die Farben ein bißchen nach Dia-Film der 80er (Ektachrome oder Fuji) aussehen, wenn man bei schönem Wetter fotografiert.

Und um Gerüchten vorzubeugen: Die V1 ersetzt nicht meine DSLR, sondern meine ein bißchen in die Jahre gekommene Kompakte. Wobei, trennen will ich mich von der nun auch wieder nicht :)

[Update 26.05.2014] Durch den Nachkauf der Sonnenblenden für das 10-30mm und das 18,5mm ist der Systempreis nun doch tatsächlich über 500 € gestiegen. Wobei man amazon gerade soviel Preisnachlass auf die Original-Nikon-Teile bekommt, dass ich zu denen statt zu JJC-Nachbauten gegriffen habe.

 

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Mein Vater so: „Wo schaust du eigentlich, wenn du ein neues Objektiv kaufen willst?“
Ich so: „Naja, ich schau mir halt die Amazon-Rezensionen an, und bei  Bob Atkins in die Lens Database und halt in Blogs.“
Papa so: „Äh, schreibst du mir das mal auf?“

Klar, kann ich genauso gut ins Blog schreiben :)

Amazon-Rezensionen sind ja immer ein Quell der Freude, meine Lieblinge sind:
★★★★★ „Wie immer schnell geliefert!“
☆☆☆☆★ „Defekt bei Lieferung – totaler Mist!“

Will sagen, keinerlei Aussagen über das Produkt. Profi-Tipp von Volker Weber: Alle 5-Sterne und 1-Sterne-Rezensionen ignorieren, die 4- und 2-Sterne sind die interessanten.

Besonders hilfreich sind Rezensionen von Leuten, die in der Lage sind, Produkte zu vergleichen. Zum Beispiel, weil sie sich zu einer vorhandenen eine „bessere“ Linse (1,4-50er zum 1,8-50er) gekauft haben. Oder weil sie die Linsen vor dem Kauf gegeneinander ausprobiert haben (Zeiss Otus vs. Sigma Art vs. Canon 1,2/50mm, um mal ein Beispiel außerhalb meines finanziellen Rahmens zu nehmen).

Um sich generell einen Überblick zu verschaffen, welche Canon-Objektive in etwa das Gleiche erledigen, schaue ich in die Canon Lens Database von Bob Atkins. Hier gibt es aber auch vergleichende Zusammenstellungen zu Objektiv-Arten (Weitwinkel, Tele, Macro), die man vor einem Kauf konsultieren kann. Bob Atkins ist auch bei photo.net aktiv, wer dort Canon Equipment anschaut, findet viele Reviews von ihm, hier z.B. das für mein Meistens-drauf.

Wenn jemand ein neues Objektiv testet, mag der Test noch so überzeugend durchgeführt sein, er hat nur ein Objektiv aus einer Serie von hunderten und tausenden getestet. Wer das Objektiv auf Grund des Tests kauft, bekommt ein anderes Objektiv aus der Serie, und ob das so gut ist wie das getestete, weiß er erstmal nicht.

LensRentals ist ein großer Vermieter von Foto-Equipment und kalibriert und repariert wo es möglich ist die Mietrückläufer selbst. Einer der Gründer, Roger Cicala, ist in einer Art Semi-Ruhestand und widmet sich dem Testen der neu gekauften und der reparierten Objektive. Mit Equipment, das man sich nicht mal eben zum Geburtstag wünscht.

Und dann testet er nicht nur eines, sondern zehn oder fünfzig Exemplare des gleichen Objektivs. Da sieht man dann, ob das Wunschglas eine geringe oder hohe Serienstreuung aufweist, ob der Hersteller kompetent kalibrieren kann, und kriegt gleich noch abschreckende Einblicke in die De- und hoffentlich Montage von Objektiven. Die Zahlen, so trocken sie sein mögen, erklären neben Geschmacksfragen auch, warum in den Internetforen der eine ein bestimmtes Glas in den Himmel lobt, während die andere es in die tiefste Hölle verdammt. Böse Serienstreuung :)

Und wenn dann ein Objektiv gefunden und das Foto gemacht wurde? Schmeißt man es zu pixum oder fotokasten für Prints. Oder tut es sich an, den ollen Tintenstrahldrucker zum Druck eines farb-richtigen Fotos zu bewegen. Man hat ja sonst keine Hobbies.

Keith Cooper fotografiert und druckt selber und zeigt uns, wie das geht. (Hinweise: Der kleine Vierfarb-Tintenpisser aus dem Supermarkt geht nicht.) Er testet regelmäßig Software, Papiere und Drucker (größer DIN A3) und gibt Einblicke in seine Arbeit.

Bei seinen Reviews finden sich auch eher exotische Objektive, speziell für Architektur-Fotografie (z.B. Tilt/Shift von Samyang), Fisheyes, und auch eine Serie Using Old lenses on a DSLR. Dazu noch eine Rumors-Ecke, z.B. für die schon 10 Jahre erwartete Canon 3D.

Bleibt, lieber Papa, noch die Sache mit den Blogs. Viele professionelle Fotografen schreiben ihre Erfahrungen ins Internet. Wer viel Zeit oder ein starkes Lehrbedürfnis hat, schreibt Vergleiche. Wenn die Wahl zwischen zwei Objektiven (Canon EF 100mm Makro oder doch eher das EF-S 60mm?) hat, kann es bei Google mit „EF 100 macro vs EF-S 60 macro“ versuchen. Abgewogenen Meinungen („eher gut für dieses, eher schlecht für jenes“) glaube ich eher als Absolutisten („bestes Makro  überhaupt; der Grund, warum ich von Nikon zu Canon gewechselt bin“).