How the Web was Born

Das CERN (europäisches Kernforschungszentrum, das uns das WorldWideWeb geschenkt hat) erstellte zum 20. Jubiläum des ersten plattform-übergreifend verfügbaren Web-Browsers einen … Web-Browser. Wer hätt’s gedacht! Nämlich den Line Mode Browser.

Wer mit Netscape aufgewachsen ist (sozusagen der Ur-Opa vom Firefox, wie wir ihn heute kennen), hatte das Glück, schon einen grafischen Browser zu verwenden. Kurz davor gab es entweder Tim Berners-Lee eigenen grafischen Browser (der aber nur auf den NeXT-Workstations lief) oder eben den Textbildschirm-Browser line-mode. Aber warum erklär‘ ich das? Die Seite des CERN ist sehr schön gemacht und mit vielen Hintergrundinformationen angereichert.

Und sie haben den ollen line mode browser im modernen Browser nachgebaut. Inklusive des Klackerns einer IBM-Tastatur, wenn ihr eine Taste drückt.  Und ich liebe den Terminal-Zeichensatz, die kleinen t vor allem!

Einen guten Überblick über die Entwicklung der grafischen Web-Browser in den frühen Tages des WWW gibt Before Netscape: the forgotten Web browsers of the early 1990s von arstechnica. Und CERN hat außerdem noch Twenty years of a free, open web.

[Und die Überschrift ist eine Reminiszenz an „How the West was Won and Where it got Us“, Album und Song von R.E.M.]

 

Was bringen zusätzliche Top-Level-Domains?

Ich lese stets mit gewisser Verwunderung den K(r)ampf um die Zulassung neuer Top-Level-Domains (das sind die hinter dem letzten Punkt wie .com und .de), wie zuletzt z.B. US-Handelsministerium lädt zur Zensur ein. Was bringen uns weitere Domains, wenn das Markenrecht in all diesen Domains Vorrecht hat? Man nehme z.B. die Coca-Cola Company. Die gibt es natürlich unter .com, .de, .it., aber auch unter .info. Der Pharma-Konzern Merck hat sich ebenso auch bei .info seinen Namen gesichert, genauso Chrysler. Im Prinzip schafft eine neue Domain eben gerade keinen neuen Namensraum. Alle Namensrechte-Inhaber müssen dort sich einmal einkaufen (bzw. sich auf den rechtlichen Schutz ihrer Marken verlassen), und schon ist dieser Namensraum wieder gut aufgefüllt.

Wenn man aber das Vorrecht der Marken anerkennt, kann man auf Top-Level-Domains ingesamt verzichten und alle Domains aus .com eine Ebene hochrücken lassen: Vergessen wir einfach .com und geben .coke an Coca-Cola, .daimler an Daimler und .merck an Merck.

Dass es für die Benutzer des Internets ohnehin nicht so sichtbar ist, zeigen Browser, die in der Adresszeile automatisch ein .com ergänzen, wenn man eine Adresse ohne „.“ eingegeben hat. Da die Markenrechtler bisher ihre Ansprüche immer erfolgreich umsetzen konnten, kann man sich den ICANN-Unsinn getrost sparen.

 

Bin überrascht, dass die StreetView-Fassung von Microsoft „StreetSide“ heißt und nicht StreetLive, wo doch sonst gerade alles Live ist. Vielleicht heben sie sich den Namen aber auch für das auf, was manche Leute zur Zeit unberechtigterweise Google unterstellen: Live-Übertragung von allen Straßen im ganzen Land.

 

Liebe Leute von DomainFACTORY,
es ist echt lieb von euch, mich über die neue ß-Domains zu informieren:

Mit dieser E-Mail möchten wir Sie gerne darüber informieren, wie Sie für Ihre Domain andreasschoedl.de bei domainFACTORY an der Vorregistrierung teilnehmen und den neuen Domainnamen „andreaßchoedl.de“ registrieren können.

Aber so richtig Sinn macht das für diese Domain nicht. Trotzdem Danke!

 

Mach den TBL-Test!

Apple hat uns heute eine neue Browser-Version frei Haus geliefert und der erste Eindruck ist, dass sich auf meiner Tastatur die Tasten Apfel+Umschalt+R jetzt deutlich schneller als alle anderen abnutzen werden. Auf dieser Tastenkombination liegt der neue Safari Reader, der aus dem ganzen Kram, der sich auf so mancher WebSite tummelt, das Wichtigste herausholt: den Text. Zum Vergleich einmal 400×327 Pixel im Original von der Süddeutschen, einmal durch den Reader gezogen:

A B

Quizfrage: Wie hat sich Tim Berners-Lee so circa 1991 ausgemalt, wie das mal werden würde, mit seinem HTML? A oder B?

Oh, und ich warte nur drauf, dass das jetzt jemand genau so als Blogger-, WordPress- &c Template herausbringt.

 

şøñđëřżēıċħęŋđőmæîņĭśŧşũþėŗ.de

Oh wie Klasse, Florian Holzhauer (betreut den Server von lawblog.de) hat sich eine Domain mit haufenweise ungewöhnlichen Zeichen (Umlaute scheinen für ASCII-zentrische Programmierer eine Kombination aus ungewöhnlich, ärgerlich und überflüssig zu sein) registriert und schildert in seinem Blog, wie verschiedene Programme damit (nicht) klarkommen.

Zum Selberprobieren şøñđëřżēıċħęŋđőmæîņĭśŧşũþėŗ.de/

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