Tagesschau App als Volksabstimmung

Seit heute gibt es die tagesschau auf den Apple-Mobil-Gerätschaften. Gegen den – wie es so schön heißt – erbitterten Widerstand der Verlegerverbände, die grob gesagt alles Scheiße finden im Internet, was nicht auf den Sites ihrer Vertretenen erscheint.

Könnt ma ja sagen, lass se ma meckern.

Allerdings meckern sie dicht an den Ohren der Volksempfängervertreter, und die fühlen sich bemüßigt, die ein oder andere nette Geste Richtung Verlegerverbände auszubrüten. Unter anderem haben sie nun knapp ein Jahr verhindert, dass die tagesschau auf den Mobil-Gerätschaften „senden“ darf.

Dass wir gerne ordentliche Nachrichten auch mobil schauen wollen, können wir (bzw. die iPhone-Besitzer im Volk) nun durch zahlreiches Herunterladen der App demonstrieren. Herunterladen als Volksabstimmung scheint mir konstruktiver als DDOS-Attacken zu reiten. Und in diesem Fall wahrscheinlich auch informativer.

Auf einem ganz anderen Blatt steht, was es für die Entwickler der App bedeutet hat, ein Jahr Zeit bis zum Go-Live verordnet zu bekommen. Vielleicht könnten die Verlegerverbände sich insofern nützlich machen, möglichst vielen Softwares ein Jahr Reifephase zu verschaffen. Das hätte wenigstens einen direkten gesellschaftlichen Nutzen …

 

Nummer 49973

Demokratische Partizipation war noch nie so einfach. Registrieren, Link in Bestätigungsmail anklicken, Passwort eingeben, Petition raussuchen, „Mitzeichnen“ anklicken, fertig.

Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Es geht um die Einrichtung einer allgemeinen Internet-Zensur, samt automatisierter Meldung der „Übeltäter“ ans BKA. Als Deckmantel dient der „Kampf gegen die Kinderpornographie“. Es wurde an anderer Stelle schon dutzendfach belegt, warum das nur ein Deckmantel ist. Verfassungswidrig ist es allemal, weil keine demokratisch legitimierte und überprüfbare Instanz in die Erstellung der Sperrliste involviert ist. Ein Gesetz, das genau so lange lebt, bis Karlsruhe es in den Shredder wirft. Also bitte, gar nicht erst verabschieden, meine Damen und Herren Volksvertreter!

Jetzt fehlt nur noch, dass die Volksvertreter auf uns hören.