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9/11 und „die Muslime“

Die geschätzte Melina Borčak über das/unser Verhalten gegenüber allem was muslimisch scheint in der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001:

Die Stadt, in der ich aufwuchs, heißt Sarajevo. In diesen Straßen wurden meine Nachbarn vergewaltigt, gefoltert und ermordet, nur weil sie bosnische Muslime waren. Ich dachte damals, wir hätten bereits das Maximum an Hass und Gewalt überlebt, es könne ab jetzt immer nur besser werden. Naives Kind.

[…]

Es kam anders: Der 11. September war ein Brandbeschleuniger. In den darauffolgenden Jahren erlebten wir weitere Erniedrigungen, Gewalt und Rassismus. Jahren? Schon 40 Tage nach dem Anschlag wurde einer meiner Nachbarn gefangen, gefesselt, dann nach Guantanamo verschleppt. 

[…]

Eine Milliarde Muslime standen von nun an unter Generalverdacht – weil eine Handvoll saudischer Extremisten Menschen am anderen Ende der Welt angriff. 

[…]

Auf der ganzen Welt wurden Muslime zu Gejagten: Genau sieben Tage nach dem Anschlag in New York entdeckte die Kommunistische Partei Chinas eine neue Ausrede für die jahrzehntelange Unterdrückung von Uiguren. Terrorismus wurde zur Dauerausrede für Angriffe gegen Muslime weltweit: Uiguren, Rohingya, Geflüchtete – Gewalt gegen Muslime wird vielerorts toleriert, wenn Regierungen den Kampf gegen sie mit dem Kampf gegen den Terror begründen. 

„Der 11. September hat die Welt verändert. Den 11. Juli müsst ihr erstmal googeln.“

Bitte bei den Krautreportern weiterlesen.