Die zehnte Ausgabe des internationalen Peter Gabriel Cover-Projekts through the wire (Link auf Bandcamp). (Mein Senf zu allen anderen Releases.)
Diese Ausgabe bringt uns jeweils zwei Titel von Peter Gabriels drittem und vierten Album und das gerne gecoverte Don’t Give Up vom Mega Seller So.
On The Air
Mojo, eine Figur, die Peter Gabriel eine Zeit lang in seinen Songs benutzt hat, betreibt ein Piratenradio, und diese Fassung möbelt das inzwischen über 40 Jahre alte Stück ordentlich auf. Den Credits nach sind die Synthis wie im Original von Larry Fast. Lead Vocals übernimmt mal wieder eine Frau, Leashya Fitzpatrick-Munyon, und wiedermal bin ich überrascht, wie gut sich Gabriel-Songs von Frauen interpretieren lassen. Außerdem gefällt mir das Schlagzeug, da ist auch ordentlich Zug dahinter. (John O.Reilly im Interview)
(Mojo hat es nie zu internationaler Berühmtheit wie z.B. Ziggy Stardust gebracht und taucht auf neueren Werken (ab 1985, hüstel!) nicht mehr auf. Aber das ist wahrscheinlich der Neu-gierde von Peter Gabriel geschuldet, der Konzepte eben mal selbst ausprobiert und bestimmt deutlich mehr anfängt als er beendet.)
No Self Control
Das zweite Stück von peter gabriel 3 (aka Melt), auch hier waren Kuratoren am Werk, die das Original verstanden haben. Die Stimme von Co-Projektleiter Deane Arnold ist nahe bei Peter und die Produktion insgesamt auch. Die Gitarre insgesamt rockiger als im Original, und die Drummerin Yoyoka Soma hat definitiv ihren Spaß.
Shock The Monkey
Wir kommen zu peter gabriel 4 (aka Security) und der Affe bekommt diesmal einen walking bass und eine insgesamt sparsamere Produktion. Laut den Credits machen die beiden Projektinitiatoren, Deane Arnold und Jeremy Nesse die ganze Arbeit alleine.
Don’t Give Up
Wir bringen die Szene am See mit den niedergebrannten Bäumen mal eben nach Hispania: Sofia Juan übernimmt die Vocals, eine Sängerin aus Argentinien, plus ein bisschen spanische Gitarre, ist okay. Die Rollen sind vertauscht, Sofia singt Peter und ihr Parter übernimmt den Part von Kate Bush, und daran sind schon ganz andere gescheitert. Der Typ, sorry, klingt mir insgesamt zu schleimig.
Rhythm Of The Heat
Dieses Stück lebt, neben den sehr seltsamen Lyrics, im Original von dem Trommeln am Ende. Der Rest sind (vermutlich, siehe Neu-gier, oben) Experimente mit dem damals brandheißen Fairlight CMI.
Auch hier übernimmt Deane Arnold die Vocals und wir bleiben insgesamt nahe am Original. Aber, aber, aber, das große Finale bekommt man so leicht nicht nachgebaut … Also muss man das ganz anders angehen, wie John Metcalfe es für New Blood (Peter plus Orchester covert Peter) gemacht hat, oder, wie hier, man lässt es eben ganz weg.
Fazit
Eine Ausgabe der wire mit überwiegend werktreuen Einspielungen. Mir gefällt Don’t Give Up, nur wünschte ich mir einen anderen Duett-Parner. On The Air kommt sehr frisch daher und ist wohl mein Liebling auf diesem Album.
