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medienkultur

Max Headroom: Oral History

Wat hab‘ ick in den 80ern und 90ern nich für Mist im damals jungen Kabelfernsehen geguckt. Aber dann rennste eines Tages in Max Headroom (Sat.1, später am Abend?) und denkst dir: Das, genau DAS!!1!!11! Mehr davon!

Gab davon aber leider (nach heute gängiger Zählweise) nur eine halbe Staffel. Die gibt es inzwischen auf DVD und dann gibt es noch eine Oral History der Erfinder:innen, Schreiber:innen und Produzenten.

Hach!

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computerarcheologie digital musik reconstructed

BitTorrent – es kommt darauf an, was man daraus macht!

(Erstveröffentlicht am 26.05.2005, durch Streaming ist der Aufhänger zwischenzeitlich ein wenig aus der Mode. Leider nicht aus der Mode ist – siehe Nachbemerkung – die Verlagerung der Verbrechensbekämpfung ins weite Vorfeld. Ich sage nur „potentieller Gefährder“ – potentiell sind wir alle gefährlich!)

Oder auch: Für die einen ist es ein Distributionskanal, für die anderen die größte Bedrohung seit 9/11.

U.S. Jacks Torrent Site

… what the government is calling the first criminal law enforcement action against BitTorrent users. […] The raids came less than a week after the Motion Picture Association of America publicly slammed BitTorrent for accelerating the spread of a pirated copy of Revenge of the Sith.

Prix Ars Electronica: Sonderpreis für BitTorrent

… Das „genial einfache Prinzip“ der Superdistribution von BitTorrent würde „Künstlern auf gemeinschaftliche Art und Weise helfen, ihre Arbeit auch weiterhin im Sinne der ‚free software‘-Idee zur Verfügung stellen zu können“.

What is BitTorrent?

BitTorrent is a free speech tool.

BitTorrent gives you the same freedom to publish previously enjoyed by only a select few with special equipment and lots of money. („Freedom of the press is limited to those who own one“ — journalist A.J. Liebling.)

What is BitTorrent? (Text von damals®, Mai 2005)

Worum es geht? Um die Freiheit, Profite zu machen (StarWars, Film- & Musikindustrie), um die Freiheit (lies: technische Möglichkeit) Kunstwerke zu verteilen (Ars Electronica), um die Freiheit (lies: ethische Möglichkeit), mit dem persönlichen Computer Dinge zu tun, die einem persönlich gefallen – auch widerrechtliche.

Die Film- & Musikindustrie ist im Augenblick der Meinung, widerrechtliches schon in den Ansätzen bekämpfen zu dürfen. Eine Art „Minority Report“ PreCrimeUnit. „Er hat ans Raubkopieren gedacht – sofort verhaften!“

Auch Windows Longhorn wird wahrscheinlich mit einer PreCrime-Funktion ausgestattet sein, die es ein für alle mal verhindert, dass der Benutzer etwas verbotenes tut

Das aber selbstverständlich nur, bis findige Leute entweder den einen Fehler in der Software-Schicht namens NGSCB (Next Generation Secure Computing Base) entdecken. Oder der Markt (das sind im Zweifel Sie, verehrter Leser!) einfach kein Longhorn kaufen, sondern bei Windows XP oder gar Windows 2000 bleiben. Oder mal Linux installieren. Oder sich einen Mac kaufen (wobei man sich beim Film-affinen Steven Jobs nicht sicher sein kann, dass er uns auch einen Kopierschutz auf’s Auge drückt).

Leider greift dieses PreCrime-Gehabe immer weiter um sich. Die Umkehr der Beweislast steht kurz bevor. „Beweisen Sie uns, dass Sie

  • nicht zu schnell gefahren sind
  • nicht die Lyrics ihrer Lieblings-CD auswendig gelernt haben(Verstoß gegen das Urheberrecht, wenn Sie den Song ohne Lizenz von der Gema unter der Dusche singen!)
  • nicht zum Randalieren auf die WM wollen (Vorbeuge-Gewahrsam gegen bekannte Fußball-Rowdies.)
  • nicht geklaut haben (Sie heben doch sicher von allem die Rechnung auf, oder?)
  • nicht den X umgebracht haben“ (Wir haben da Gene am Tatort gefunden, die den Ihren verdammt ähnlich sehen!)

Das werden lustige Zeiten!

Update 2021: Der Trend zur Verlagerung der Strafbarkeit ins Vorfeld ist leider seit 2005 ungebrochen. Nicht nur in Sachen Software-/Film-/Musik-Piraterie, sondern in eigentlich allen Grundrechts-relevanten Bereichen.

Beispielsweise diskutiert im lawblog:

Das grundsätzliche Problem ist hier die extreme Vorverlagerung der Strafbarkeit. Strafbar ist quasi schon die Vorbereitung der Vorbereitung. Deshalb steht der § 89aStGB auch auch bei Kritikern im Geruch der Verfassungswidrigkeit. Der Bundesgerichtshof sieht dies jedoch – zumindest bislang – anders.

Vorbereitung der Vorbereitung (lawblog.de, André Bohn)
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digital reconstructed UI/UX

Focus!

(Erstveröffentlicht am 16.04.2005, immer noch aktuell, spätestens, wenn man es auf die „Ich will Cookie setzen“, „Ich will dich für den Newsletter werben“, „Ich will Notifications anzeigen“-Orgie beim Besuch ordinärer WebSites bezieht.)

Focus ist der Computer-Ausdruck für das Ding auf dem Bildschirm (Dialogbox, Document, …), das gerade das Getippe dessen abbekommt, der vor dem Computer sitzt. Einige Betriebssysteme „klauen“ der Anwendung, mit der der Anwender gerade arbeitet, auf regelmäßiger Basis diesen Fokus, um irgendwelche lästigen Nachfragen einzublenden. Das AskTog Bug House hat diese Verachtung des Anwenders in die Liste der 10 Most Persistent Design Bugs aufgenommen.

This has happened to me in several areas, including email notification dialogs. My (least) favorite involves downloading a large file over a dialup connection using Internet Explorer. The download might take 30 minutes, so I tend to work on other things while I wait. When the download has completed, Windows pops up a dialog to show you that it is copying the downloaded file from some temporary area to the location where you wanted it. (Why doesn’t it download the file there directly?) It helpfully has a Cancel button available (because after waiting 30 minutes for the download, you might very well not want to wait the 10 seconds it would take to copy the file from one place to another). Keyboard focus has been yanked from what I was doing to this dialog box, where anyone without very quick reflexes can accidentally hit the space bar and select Cancel. How nice.

10 Most Persistent Design Bugs, Bug 10: Focus-stealing

Unter Windows ist das ein sehr verbreitetes Phänomen – für mich ein Hinweis darauf, dass die Designer von Windows und vielen Applikationen keinen Respekt vor dem haben, was der Anwender mit ihren Anwendungen tut, arbeitet, kreiert. Wer will schon gerne beim Finden einer griffigen Formulierung unterbrochen werden?

Als frischer Mac-Konvertit ist mir erst kürzlich aufgefallen, dass ich am Mac entspannter arbeite, eben weil nicht dauernd jemand nach Aufmerksamkeit brüllt! Zum Beispiel lief, während ich den Artikel las und diesen Blog-Eintrag vorbereitet habe, die Systemaktualisierung für Mac OS X 10.3.9. Als sie fertig war, hat sich – obwohl der Mac dringend neu gestartet werden will! (sagt er) – keine Dialogbox in den Vordergrund gedrängt, stattdessen hüpfte das Icon der Software-Aktualisierung kurz. Das ist an der Grenze des Erlaubten. Ich weiß so, dass etwas anliegt, aber ich kann immerhin meinen Blog-Eintrag zu Ende schreiben und mich dann darum kümmern, wenn es mir in den Kram passt!

Und auch die Bugs 1 bis 9 sind natürlich vollkommen zurecht auf der Liste und sollten dringend behoben werden!

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lesestoff reconstructed

„Set this House in Order“ oder „Ich und die anderen“

(Erstveröffentlicht am 04.03.2005, aber das Buch begleitet mich in Gedanken immer noch, daher habe ich diesen Blog-Eintrag refurbished.)

Es gibt ja viele Leute, die schwören, dass man Bücher im Original lesen muss (sofern man der Sprache mächtig ist), weil man ja (nie) weiß, wie sehr die Übersetzer den Inhalt verändern.

Amazon lädt nun ein, selbst ein wenig vergleichende Literatur-Analyse zu betreiben. Es bietet nämlich Matt Ruff’s Roman „Set this House in Order“ im Bundle mit der deutschen Übersetzung „Ich und die anderen“ an.

Nun will und kann ich nicht die Qualität der deutschen Übersetzung beurteilen (weil ich sie nicht gelesen habe, sondern das englische Original). Aber bleiben wir einfach beim Vergleich des Titels und des Umschlagsbildes (wobei ich zunächst einen Einblick in die Geschichte geben muss):

Matt Ruff erzählt die Geschichte von Andy, einer multiplen Persönlichkeit, die die verschiedenen Seelen, die in ihrer Brust wohnen, in einem ideelen Haus versammelt hat. Bevor das Haus gebaut wurde, wußten die einzelnen Seelen nichts voneinander und bedienten sich abwechselnd „ihres“ Körpers, je nachdem, wer gerade den stärksten Drang nach außen hatte.

Durch den Bau des Hauses, in dem jede der Seelen ein Zimmer hat, wurden sich die Seelen der jeweils anderen bewußt und fanden sich zu einer Kooperation zusammen. Die Seele von Andy steuert den Körper die meiste Zeit, andere Seelen dürfen aber zu bestimmten Zeiten „raus“. Sie haben Duschprivilegien und dürfen im Kaufhaus je 2 Dollar in ihrer bevorzugten Abteilung ausgeben.

Andy arbeitet in einem High-Tech-Start-Up, der sich mit Virtual Reality beschäftigt. Andy wurde dort eingestellt, weil die Chefin des Unternehmens die Multiple Persönlichkeit erkannte und der Meinung ist, dass sie mit dem Haus quasi selbst eine virtuelle Realität geschaffen habe, sich also bestens mit der Materie auskennen müsse. In der Firma trifft Andy auf Penny, genannt „Mouse“, die ebenfalls eine Multiple Persönlichkeit ist, das aber nicht weiß.

Auch Penny’s Seelen haben einen Weg gefunden, miteinander zu kommunizieren. Anders als bei Andy jedoch nicht in einem „Haus“, sondern über den Umweg von Briefen und Listen, die Penny schon seit sie sich erinnern kann immer wieder findet, die ihr Dinge enthüllen und Aufträge geben.

Andy versucht, Penny zu helfen, ihre Seelen ebenfalls zu ordnen. Dabei kommen allerdings zwei von Andys eigenen Seelen in die Quere, die Andy noch nicht kennt …

Und dieser Abriß bezieht sich nur auf das Innenleben, das im ersten Viertel des Buches geschildert wird. Im Roman geht auch im realen Leben einiges vor sich, und es kommt zu einem Road-Trip, der eine Reise in die verdrängte Vergangenheit ist, als Andy versucht, das Haus wieder in Ordnung zu bekommen.

Zurück zum Titel: Meinem Geschmack nach passt „Set this House in Order“ sehr gut zu dem Buch, weil die Haus-Metapher im Mittelpunkt steht. Der deutsche Titel „Ich und die anderen“ nimmt dieses zentrale Element aus. Und wenn man die Titelbilder vergleicht, fällt mir noch etwas auf:

Umschlagbild von Set this House in Order (Quelle: Amazon.de)Umschlagbild von Ich und die anderen (Quelle: Amazon.de)

Die deutsche Ausgabe sieht für mich nach einem Buch aus, das eine lustige Geschichte enthält. Der Einband ist bunt, die „Handschrift“ im Titel suggeriert ebenfalls Frohsinn. Der Einband der englischen Ausgabe ist in kühlem Grau-Blau gehalten, das Bild des Hauses ist segmentweise gegeneinander verschoben, was man aber erst auf den zweiten Blick bemerkt. Für mich eine sehr schöne optische Umsetzung der Unordnung des Hauses.

Das Buch ist einfühlsam geschrieben und es hat lustige Stellen, zum Beispiel wenn Andy’s Frühstücks-Ritual beschrieben wird, wo viele Seelen nach ihrem Geschmack speisen – aber jede nur ein paar Bissen. Aber es ist bestimmt kein Spaß-Buch!

Da Matt Ruff aber vom seinem deutschen Verlag offensichtlich in die Spaß-Schublade gepackt wurde, nachdem er „Fool on the Hill“ und „G.A.S.“ geschrieben hatte (die ich übrigens beide nicht in die Spaß-Schublade stecken würde, weil sie beide ihre dunklen Momente haben und nicht in erster Linie Lacher an Lacher reihen), muss nun dieses Buch auch nach Spaß aussehen. Sonst fühlen wir Leser uns ja vielleicht verunsichert.

Um es ganz klar zu sagen: Ich bin ein großer Fan dieses Buches! Matt Ruff hat einen schwierigen und ungewöhnlichen Stoff genommen und ihn mit seinen zwei Hauptfiguren, Andy und Penny, hart aber einfühlsam erzählt. Ich habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen – denn so schwer die Geschichte für Penny und Andy ist, für den Leser ist sie keine Quälerei. Aber ein lustiges Buch ist es eben nicht. Und sollte auch vom Verlag nicht als solches verkleidet werden.

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computerarcheologie lesestoff reconstructed software engineering

Haben wollen: Steve Jobs and the NeXT Big Thing

(Erstveröffentlicht am 05.03.2005, ergänzt)

Wo sind Books on demand, wenn man mal wirklich einen demand hat?

Ich hätte wirklich gerne „Steve Jobs and the NeXT Big Thing“ von Randall Stross, aber in Deutschland scheint mir niemand dieses Buch zu einem vernünftigen Preis verkaufen zu wollen. Nicht mal bei ebay.

Das Buch erzählt die Geschichte von NeXT Computer Inc., der zweiten Firma, die von Apple-Chef Steve Jobs mitbegründet wurde und die für ihre leistungsstarke und benutzerfreundliche Kombination aus Unix, einem komplett objekt-orientierten Anwendungsentwicklungssystem und einer wegweisender Oberfläche auf fortschrittlichster Hardware bekannt war. Vieles von dem, was Mac OS X heute hat und ist, basiert auf dem NeXT-Betriebssystem NeXTStep.

Tja, wenn das Verlangen (=demand) nach diesem Buch anhält, werde ich vielleicht doch einen Import aus Amerika in Betracht ziehen. Hat das schon mal jemand gemacht? Funktioniert das?

Wired Buchkritik

(Update 2021: Ja, ich habe das Buch inzwischen gekauft und gelesen und das meiste wieder vergessen. Aber ich will ja eh irgendwann mal über all diese Bücher bloggen. Bei vielen dieser Ausarbeitungen ist das Problem, dass die Autoren die harten technischen Themen meiden, um das Publikum nicht zu erschrecken. Genau die würden mich aber interessieren.)

(Und es gibt ja inzwischen ein hübsches Coffee Table Book mit vielen Fotos aus den ersten NeXT-Jahren, aus der Newton-Entwicklung bei Apple, über Adobe … sehr schön, übrigens: Fearless Genius: The Digital Revolution in Silicon Valley 1985-2000)

Wired Buchkritik, dazu (mit vielen Fotos aus dem Buch)

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computerarcheologie reconstructed UI/UX

Entspannter Fahren unter iPod-Einfluß

(Erstveröffentlichung am 30.03.2005, der genannte iPod war vermutlich ein ClickWheel-iPod.)

Kennen Sie das? Längere Autofahrt, alleine im Auto, und alle Sender (privat wie GEZ-gesponsert, da nehmen wir mal keinen aus) spielen die „Trash Top 100“ von Morgen rauf und runter.

Aber ein Griff ins Handschuhfach bringt den iPod zum Vorschein, dann ein bißchen Gefummel mit dem Kassettenadapter, und schon spielt das Radio mein Programm, die ganzen 372 Kilometer (laut Reisekosten-Abrechnung).

Ich behaupte von mir: Wenn ich nicht ständig nach erträglicher Musik suchen muss, bin ich ein besserer, weil konzentrierterer und gelassenerer Autofahrer. Ich mag meinen iPod!

Update 2021: Ich kann längere Autofahrten, sofern sie sich nicht pandemiebedingt als unerforderlich erwiesen haben, inzwischen mit den Sendern der Deutschlandfunk-Gruppe durchstehen. Ich kann auch prima mein iPhone ans Car-Entertainment anschließen. Was wir verloren haben mit den Touch-Oberfächen von iPhone und Auto ist Bedienen ohne hinzuschauen.

Gerade das aktuelle MBUX („Mercedes-Benz User Experience“, hüstel!) lässt sich verantwortungsvoll auf deutschen Autobahnen eigentlich nur von der/dem Co-Pilot*n bedienen. Zuviel Blick und Konzentration landen auf der Mittelkonsole. Die leichten Fahrbahnunebenheiten reichen bei 120 km/h schon aus, damit der Finger am Touch-Ziel vorbei-toucht. Das ebenfalls verbaute TouchPad (dort wo man früher Gänge zu wechseln pflegte) ist im Zusammenspiel mit Apple CarPlay genauso unbrauchbar frustrierend.

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digital musik

Kurz-Kritik: Apple HomePod mini

Q: Warum „Kurz“?

A: Weil Gscheitere schon gscheiteres dazu geschrieben haben. Weil ich sie erst kurz im Einsatz habe. Weil ich noch nicht ansatzweise alles ausprobiert habe.

Q: Und was für „Kritik“?

A: Öhm, keine? Ich habe mir ein Stereopaar angeschafft, die jetzt rechts und links hinten auf dem Bürotisch stehen und mit diesem durch den Raum fluktuieren. (Ja, ich schieb den mal so, mal so.)

Ich habe im Büro einen Sonos Play:1, der kommt aber eben aus einer Richtung, meistens von rechts, und das stört mich bei längerem Hören. Mit den HomePods sitze ich immer direkt in der Mitte der Stereo-Basis und kriege sehr gut die Enge oder Weite eines Mixes mit.

Der Play:1 darf damit weiterziehen, denn auch klanglich bin ich mit den minis sehr zufrieden. Meine Frau beschrieb den Klang als samtig, und dem kann ich beipflichten. Sind Ohrschmeichler, die Kleinen.

Q: Ist das das Ende von Sonos?

A: Glaub ich noch nicht. Im Büro ja. Aber für „Party-Modus“ (gleicher Song im ganzen Haus) oder einen Song (zusammen mit dem Aufwachenden) von Bett an Bad weitergeben, braucht’s weiterhin einen Sonos. Ich brauche keinen Assistenten in den Wohnräumen, daher sind mir die Play:1 da ganz recht. Der Büro-Sonos darf jetzt entweder einen der anderen zu einem Stereopaar ausbauen oder ins Kinderzimmer, dann in ein eigenes Netz, damit Juniors Musikgeschmack in seinem Zimmer bleibt 🙂

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Reste von der Leseliste

Vor Zeiten gab es in vielen Blogs eine sogenannte Blog-Roll, eine Liste von Blogs, die die Autor*in des Blogs regelmäßig laß oder zumindest ihren Leser*innen zur Lektüre empfahl. Auch mein Blog hatte so eine Roll, wie ich gestern beim Durchforsten der „Dokumente“-Ordners feststellte. Viel ist davon nicht geblieben, aber ein paar alte Bekannte gibt es doch noch, die ich hier gerne wiederentdecke.

Waiter Rant

Waiter Rant war damals Kellner, hat köstliche Kurzgeschichten über die Restaurant-Gäste geschrieben, die er bedient hat. Hat daraus sogar ein Buch gemacht und seine 15 Minuten Internet-Berühmtheit genossen. Er schreibt immer noch unter waiterrant.net, und auch wenn es jetzt eher um seine Familie und seinen neuen Beruf geht, haben seine Berichte aus dem Alltag für mich nichts von ihrem Charme eingebüßt.

DigiBarn

Ein Museum für Computer, eine Fundgrube für die Erforschung des digitalen Mittelalters und der frühen Neuzeit. Nur knapp den kalifornischen Wildfires entkommen, wie ich erschrocken auf der WebSite lesen musste.

The Mothership

Auch immer noch online und eine hilfreiche Ressource für alle, die alte Macs zu ihren Hobbies gemacht haben, ist das Mutterschiff. Hier gibt es Software zum Download für die alten System 7 und früher-Macs und sogar noch für die Lisa.

GUIdebook

Eine weitere Seite für Historiker, das GUIdebook, das die Entwicklung der modernen grafischen Benutzeroberflächen dokumentiert. Bevor es modern wurde, auf Bildschirmen herumzutouchen!

Darunter auch eine unglaublich detaillierte Aufbereitung des Apple Lisa, mit kommentierten Screenshots und Interviews der Projektleiter (u.a Larry Tesler) etc.

Ist Ihr Chef ein Psychopath?

Unter dieser Überschrift verlinkte ich 2005 einen Artikel aus FastCompany. Fast erwartete ich, auch diesen Link abschreiben zu müssen, aber nein, FastCompany gibt es noch und den Artikel unter dieser URL auch noch. Erstaunlich!

[…] Then Hare came out with a startling proposal. He said that the recent corporate scandals could have been prevented if CEOs were screened for psychopathic behavior. „Why wouldn’t we want to screen them?“ he asked. „We screen police officers, teachers. Why not people who are going to handle billions of dollars?“[…]
[…] „I always said that if I wasn’t studying psychopaths in prison, I’d do it at the stock exchange.“
[…] Psychopaths succeed in conventional society in large measure because few of us grasp that they are fundamentally different from ourselves. We assume that they, too, care about other people’s feelings. This makes it easier for them to „play“ us. Although they lack empathy, they develop an actor’s expertise in evoking ours. While they don’t care about us, „they have an element of emotional intelligence, of being able to see our emotions very clearly and manipulate them,“ says Michael Maccoby, a psychotherapist who has consulted for major corporations.

Is Your Boss a Psychopath? FastCompany

Und nachdem wir Trumpism Ep. 1 knapp überlebt haben, kann ich nur sagen, dass ich das weiterhin für eine gute Idee halte.

Honorable Mentions

Von der BlogRoll aktuell weiterhin im Netz die altgedienten Recken:

  • Tim Bray (inzwischen pensioniert, Einsichten in Boote und elektrische Jaguars)
  • BILDblog (leider immer noch notwendig)
  • lawblog (Anwalt Udo Vetter aus Düsseldorf)
  • vowe.net (Volker Weber, weiterhin unersetzlicher Produkttester und Empfehler, demnächst vermutlich mit vielen Tipps zu WordPress)

Weiter so!

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Tabs of YesterQuarter

Da lese ich interessante Dinge auf dem iPhone beim Warten in der Arztpraxis, während die Software neu übersetzt wird oder (ja, Sie denn nicht?) auf dem Klo. Und dann lasse ich das Tab offen, weil ich es wiederfinden will – auf dem Smartphone sammeln sich meanwhile offene Tabs. Hiermit werden aus offenen Tabs Blog-Einträge:

Die Anteile der Länder an der Oberfläche der Erde, oder im Original: Visualizing Countries by Share of Earth’s Surface, ein Kreisdiagramm, das mal wieder schon vor Augen führt, dass wir auf einem Wasserplaneten leben. Unter diesen Umständen halte ich die evolutionäre Einsparung der Kiemen für einen Fehler 🙂

Kam bestimmt über kottke.org, bei dem es eigentlich jeden Tag etwas wundervolles zu entdecken gibt.

Das Leben von Josephine Baker als graphic novel: Josephine Baker by Catel and Bocquet – a triumph of research and astounding detail
Eine Buchvorstellung, die einen Überblick über das reichhaltige Leben der Sängerin, Schauspielerin und Spionin (diese Aufzählung ist unvollständig).

But also a woman whose wisdom and determination burst the seams of US racial segregation, whose rise to the heights of stardom in France and indeed worldwide (she was the first black actor to star in an international movie) directly challenged the institutionalised racism of her home nation.

Josephine Baker …

Links zum Einkauf dieses Werks gibt es bei der Rezension, weitere Werke in dieser Art gibt es bei selfmadehero.com.

Eine Programmiersprache, so alt und stabil wie römische Aquädukte: Why COBOL will never die. Die Common Business-Oriented Language gibt es schon 1969 und liegt unserem internationalen Zahlungsverkehr genauso zu Grunde wie dem internationalen Flugverkehr und ziemlich vielen Lohn-, Gehalts- und Rentenabrechnungen.

This turns the new-new-thing hype of Silicon Valley on its head, of course. It’s a sector obsessed with the hottest, latest thing — but as any programmer can tell you, the hottest, latest thing that just got shipped at 2 am is gonna be a rickety kluge of buggy code. That old COBOL, though? In service since the days of early MTV? It’s tough as old boots.

Why COBOL will never die

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digital games

Die Zähen Zwanziger

Oh nein, nicht diese 2020er, sondern die Tage zwischen dem 20. und 30. Spieltag bei Cozy Grove, dem Spiel, das ein gespenstischer Widergänger von Animal Crossing ist.

Tag 25, die Tiere sind hungrig, und bis auf den rechts unten gezeigten Salat, für den man die Unmenge von zehn Zwiebeln braucht, ist das auch alles machbar.

Um den Tag 20 herum waren es langwierige Quests, bei denen die Ressourcen über mehrere Tage gesammelt werden mussten. Aber da kommt man ja absehbar zum Ziel, kann es beeinflussen, indem man Nussbäume pflanzt und Tiere großzieht.

Jetzt laufen bei mir seit Tagen aber Quests, die darauf beruhen, dass die Geistfinderin anderen Bärengeistern hilft, und zwar bei einer unbestimmten Anzahl von Aufgaben:

Um das Foto zu bekommen, muss ich Arjun Bhalla helfen, …
… um das Schnitzwerkzeug für Francesca von Tatz zu erhalten, soll ich Jeremy Stoffel helfen …
… und um die Scuba-Ausrüstung für Octavia Bärchin auszulösen, soll ich dem Maister helfen, möglicherweise mehrmals.

Fast die Hälfte meiner Bärchen sind damit für Quests, die die Geschichte voranbringen, blockiert. Und so gehen die Tage ins Land (über die Insel), an denen ich zum x-ten Mal Pakete aus Laubhaufen berge, Bär Bhallas Schraubenschlüssel zurückbringe und der Bürgermeisterin mal wieder Kaffee hole.

Gut, nebenher habe ich die Fischgründe geplündert, die Fische verbrannt und in Vogelscheuchen verwandelt (eines der berühmten Vier-Fischgräten-Rezepte für insulären Reichtum) und mit dem verdienten Geld Mr. Kit eine Luxussanierung seines Ladens finanziert und mir ein sehr komfortables Zelt gegönnt.

Außerdem habe ich inzwischen die Profi-Wünschelrute, die bis zu zweimal am Tag ein Relikt aufspürt. Bei zwei Relikten entscheide ich mich meistens, das eine Relikt einzuäschern und das andere zu spenden.

Hier gibt es keinen Hinweis auf eine Spende, d.h. feinstes Flammi-Futter.
Hier lohnt die Spende, es gibt Geld und fast-wertvolle Quartzsteine. Also ab zum Käpt’n damit.

Davon abgesehen macht es immer noch Spaß, morgens nach dem Frühstück die Bärengeister nach dem werten Befinden zu fragen, bei der Bäckerei das Futter für die Tiere in Auftrag zu geben und das Gemüse aus dem Boden zu buddeln.

Falls es im Laufe des Tages mal langweilig wird, lohnt sich auch eine Runde um die Insel herum. Angel ins Meer, frische Fische fangen, sehr entsspannend.

Was ich hier auch hervorheben möchte: Die Diskussionen mit anderen Spieler*innen auf dem Discord-Server zum Spiel sind wirklich nett. Inzwischen gibt es einen slow chat, bei dem cold brew coffee und Brotrezepte ausgetauscht werden, sehr sympathisch.