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Die Zähen Zwanziger

Oh nein, nicht diese 2020er, sondern die Tage zwischen dem 20. und 30. Spieltag bei Cozy Grove, dem Spiel, das ein gespenstischer Widergänger von Animal Crossing ist.

Tag 25, die Tiere sind hungrig, und bis auf den rechts unten gezeigten Salat, für den man die Unmenge von zehn Zwiebeln braucht, ist das auch alles machbar.

Um den Tag 20 herum waren es langwierige Quests, bei denen die Ressourcen über mehrere Tage gesammelt werden mussten. Aber da kommt man ja absehbar zum Ziel, kann es beeinflussen, indem man Nussbäume pflanzt und Tiere großzieht.

Jetzt laufen bei mir seit Tagen aber Quests, die darauf beruhen, dass die Geistfinderin anderen Bärengeistern hilft, und zwar bei einer unbestimmten Anzahl von Aufgaben:

Um das Foto zu bekommen, muss ich Arjun Bhalla helfen, …
… um das Schnitzwerkzeug für Francesca von Tatz zu erhalten, soll ich Jeremy Stoffel helfen …
… und um die Scuba-Ausrüstung für Octavia Bärchin auszulösen, soll ich dem Maister helfen, möglicherweise mehrmals.

Fast die Hälfte meiner Bärchen sind damit für Quests, die die Geschichte voranbringen, blockiert. Und so gehen die Tage ins Land (über die Insel), an denen ich zum x-ten Mal Pakete aus Laubhaufen berge, Bär Bhallas Schraubenschlüssel zurückbringe und der Bürgermeisterin mal wieder Kaffee hole.

Gut, nebenher habe ich die Fischgründe geplündert, die Fische verbrannt und in Vogelscheuchen verwandelt (eines der berühmten Vier-Fischgräten-Rezepte für insulären Reichtum) und mit dem verdienten Geld Mr. Kit eine Luxussanierung seines Ladens finanziert und mir ein sehr komfortables Zelt gegönnt.

Außerdem habe ich inzwischen die Profi-Wünschelrute, die bis zu zweimal am Tag ein Relikt aufspürt. Bei zwei Relikten entscheide ich mich meistens, das eine Relikt einzuäschern und das andere zu spenden.

Hier gibt es keinen Hinweis auf eine Spende, d.h. feinstes Flammi-Futter.
Hier lohnt die Spende, es gibt Geld und fast-wertvolle Quartzsteine. Also ab zum Käpt’n damit.

Davon abgesehen macht es immer noch Spaß, morgens nach dem Frühstück die Bärengeister nach dem werten Befinden zu fragen, bei der Bäckerei das Futter für die Tiere in Auftrag zu geben und das Gemüse aus dem Boden zu buddeln.

Falls es im Laufe des Tages mal langweilig wird, lohnt sich auch eine Runde um die Insel herum. Angel ins Meer, frische Fische fangen, sehr entsspannend.

Was ich hier auch hervorheben möchte: Die Diskussionen mit anderen Spieler*innen auf dem Discord-Server zum Spiel sind wirklich nett. Inzwischen gibt es einen slow chat, bei dem cold brew coffee und Brotrezepte ausgetauscht werden, sehr sympathisch.

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Cozy Grove, zäh

Die letzten Tage im Geisterfinder-Camp auf Cozy Grove Island waren recht erbaulich, die meisten Quests innerhalb eines Tages (oder direkt aus dem Inventar) erledigt.

Doch jetzt stecke ich in drei Quests, die wenig Aussicht haben, in den nächsten Tagen gelöst zu werden. Die eine braucht Reliktasche (Archäologen & Kunsthistoriker hören, wie gesagt, weg), von der es am Tag ein, höchstens zwei zu wünschelruten gibt.

Quest 1: Wünschelruten-Upgrade gibt’s nur gegen Asche, Reliktasche in dem Fall.

Die andere braucht Gold; und einen Stein, der Golderz ausspu(c)kt, habe ich noch nicht gefunden. Und 50 Silber zu einem Gold konvertieren scheitert, genau, an genug Silber. Hm.

Quest 2: Die meisterliche Schaufel muss aus irgendeinem Grund vergoldet werden, zu fürstlichen Kosten.

Tja, und die dritte Quest erledigt sich automatisch mit der ersten, also dem Wünschelruten-Upgrade.

Quest 3: Schnitzwerkzeug als Belohnung für den Auftrag zum Wunschelruten-Upgrade. Nein, das ist keine Korruption, das ist das Payback-Programm des lokalen Handwerks.

Das Spiel, das dich wegschickt, bleibt seinem Design als Geduldsspiel also weiter treu. Immerhin habe ich heute eine neue Muschelart und ich meine auch einen neuen Fisch gefunden. Und den Tieren geht’s allen gut.

Schätze, ich setze mich jetzt an den Strand und höre den Wellen zu.

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Cozy Grove, Tag 8

Nachdem es gestern ja Nacht war und das Tagwerk erledigt, werfe ich heute einen Blick auf die Relikte und die Wirtschaft.

Relikte

Relikte kamen dazu, indem der Handwerker mir eine Wünschelrute in die Hand drückte. Die findet kein Wasser, sondern vergrabene Artefakte – nach dem guten alten Kinderspiel-Schema „kälter, wärmer, heiß“.

Über dem Geistheiler (bleiben wir mal bei diesem Begriff) ist das Icon der Wünschelrute (ähnlich wie beim Angeln). Wir sind hier am Ende der Suche, die Flamme der Wünschelrute sagt „heiß“ und die Stelle, an der das Artefakt vergraben ist, ist praktischweise mit einem X markiert. Wie bei der Schatzkarte der Piraten 🙂

Die gefundenen Relikte (aber nur eines pro Tag, die Spiel-Designer rationieren, wo sie können) sind natürlich erst mal ein Kandidat für die Sammlung des Kapitäns. Dann gibt es Rezepte bzw. Bauanleitungen, die – Kunsthistoriker weghören – Reliktasche benötigen. Ja, Flammi ist dein Bruder, der sengt auch uralte Kunstwerke weg.

Wirtschaft

Gestern hatten wir über Tik, den Marktfuchs, gesprochen, der dankbar alles aufkauft, was man von Muschel bis Kuchen entbehren kann (bzw. wegen der begrenzten Lagermöglichkeiten: entbehren muss). Heute ist mir dann aufgefallen, dass der Markt verzerrt ist: Manche Produkte, die mehrere Verarbeitungsschritte (10:1 Konversionen) erfordern, sind in der dritten Stufe weniger wert als 10 Produkte der Vorstufe, zumindest bei Tofu und der leckeren Würzsauce, die man aus zehn Tofus macht.

Hier haben wir leckeres Pilztofu, für das der Fuchs 2.880 Alte Münzen rausrückt. Macht mal zehn 28.800 Alte Münzen.

Und hier haben wir das sicher noch leckerere Pilztamari, für das ich zehn Tofus geopfert habe, für einen Erlös von 12.000 Alten Münzen. Hätte ich das Tofu verkauft, wären 16.800 mehr drin gewesen.

Eine andere Seltsamkeit ist, dass Bestellungen in der Bäckerei (liegt direkt neben meinem Lager) und der Deko-Bürgermeisterin über den Postbärgeist zugestellt werden. Also um 08:00 Uhr beim Bäcker Mehl abliefern und um 09:00 Uhr zur Post rennen, um die Wecken abzuholen … Hm?

Wenn’s mal wieder länger dauert mit der Bestellung, liegt es sicher nicht an DHL, die liefern auf der Geisterebene nämlich nicht.

Zum Schluss hier noch ein Bild von einem jener Laubhaufen, die bei der Morgenrunde gefunden und nach brauchbaren Dingen durchstöbert werden wollen.

Ja, der Laubhaufen ist offensichtlich bewohnt, aber keine Angst, er beißt (noch ) nicht.
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Noch ’ne Insel, mit Geistern

Irgendwie haben die Entwickler, die sich von Apple Arcade engagieren lassen, es mit Insel-Abenteuern. In der neuen Veröffentlichung Cozy Grove landet ein junger Geisterforscher auf eine Insel voller, tja, Geister. Die Flut nimmt sein Boot mit, und so arrangiert er sich mit dem Inselleben, in allen Belangen unterstützt von seinem magischen Feuer Flammi, mit dem nicht zu stillenden Hunger auf Geistholz.

Ein inniger Moment mit einem meiner Geistvögel. Im Hintergrund Flammi, der Verwalter des Lagers, Verbrenner aller Dinge, immer hungriger Verzehrer von Geistholz.

Woher bekommt der junge Mann Geistholz? Indem er den Geistern der Insel hilft: Der Kapitänsgeist braucht Federn, damit der kalte Wind an der Küste nicht durch ihn durchweht. Der Postbotengeist hat Pakete, der Bürgermeister die Anmeldeformulare für den jungen Geisterforscher verlegt, der Bäckergeist braucht Zutaten für seine neueste Kreation. Genug zu tun?

Ja, aber immer nur ein bisschen. Das Spiel gibt pro Tag (echten 24h) nur eine begrenzte Anzahl Aufgaben aus, und die kann man nicht mal unbedingt noch am gleichen Tag erledigen. Ich habe zum Beispiel ein Kochrezept vom Kapitän bekommen, das zehn Eier benötigt. Aber Eier habe ich bisher nur einzeln vom Marktfuchsgeist oder von einem meiner Vogelgeister bekommen. Zehn Eier zu sammeln, wird ein paar Tage Zeit brauchen.

Beim Angeln. Mit der Route ausholen legt Richtung und Weite des Wurfs fest. Fische in der Nähe werden auf den Köder aufmerksam, beginnen an ihm zu knabbern. Irgendwann (je nach Sorte nach eher zwei oder auch mal fünf Bissen) schlucken sie den Haken. Dann geschwind auf den Screen getippt und der Fisch ist mein.

Die Geister ahnen, dass sie in ihrem Vorleben irgendeinen Fehler gemacht haben, der sie nun auf diese Insel bindet. Der Handwerksgeist glaubt, dass eines seiner Werke misslungen ist, und versucht nun, alle zu vernichten. Es ist die Aufgabe des jungen, nun ja: Geistheilers, die Geschichten dieser Geister nachzuvollziehen und – ich vermute mal – zu einem guten Ende zu bringen.

Aber was bleibt zu tun, wenn alle Tagesaufgaben erfüllt sind? Das Spiel zumachen und morgen wiederkommen? Bei aller digital-pädagogischen Absicht, ihr Spieleentwickler: Wenn ihr mir so eine schöne handgemalte Insel hinstellt, bleibe ich dort l-ä-n-g-e-r, ob ihr wollt oder nicht. Es gibt ja genug Zeitvertreib: am Strand Muscheln suchen, vom Ufer aus Fische fangen (der Kapitän brachte mir das Angeln bei). Und es tun sich Löcher im Boden auf, die aufgegraben werden wollen, Laubhaufen erscheinen, die durchsucht werden wollen, es wächst Unkraut, das zurückgeschnitten werden will.

Neben richtigen Geistern bevölkern auch mehrere Rudel Wichte die Insel. Sie werden unsichtbar, wenn man ihnen zu nahe kommt. Manchmal klauen sie auch wichtige Dokumente, dann renn ich ihnen hinterher, bis ich sie in die Enge getrieben habe und sie das Schriftstück herausrücken. Manchmal treffe ich auch einen Wicht, der Lust auf eine Kartoffel oder einen Rettich hat. Werfe ich ihn das Gewünschte zu, bedankt er sich mit Wicht-Essenz oder anderen praktischen Dingen (z.B. Geld).

Und dann haben wir noch gar nicht angefangen, die Insel zu dekorieren. Dekoration ist ein wesentlicher Einfluss auf das Wirtschaftssystem der Insel, das auf in eben diesen Erdlöchern und Laubhaufen gefundenen Pilzen und Wurzelgemüsen, den Muscheln und Fischen, den Eiern und den daraus gebackenen Speisen besteht.

Aus zehn Pilzen werden dank Flammi geröstete Pilze, aus denen ein Stück Soja, zehn Stück Soja werden eine leckere Sauce, die beim Marktfuchs bestimmt eine große Menge Alte Münzen erlöst. Äste und Holzstücke werden vom Handwerksgeist zusammen mit Fischgräten zu Dekorationsgegenständen verbastelt. Die richtige Dekoration (von gewöhnlich und rustikal bis selten und natürlich) steigert die Laune der Tiere und den Ertrag der Nuss- und Obstbäume.

Der Kapitänsgeist (plus zwei Wichtel) träumt vermutlich von dem süßen Stückchen, das ich ihm herstellen soll (siehe rechts oben, unter dem Aufgabenbuch). Links oben, die Tasche, stellt mein Inventar dar. Mit 27 Plätzen recht knapp bemessen, denn drei nehmen schon Schaufel, Hacke und Machete ein, plus die Angel und die Wünschelrute, die heute das erste Mal zum Einsatz kam. Weiteren raren Lagerplatz gibt es im Zelt.

Und dann führt der Kapitän auch noch ein Sammelalbum. Von allem, was der Junge findet, bäckt, schraubt und angelt, liefert er ein Exemplar für die Sammlung ab und bekommt dafür Geld und andere nützliche Dinge. Kurzum, es gibt immer was zu tun, auch wenn die Tagesaufgaben schon lange erfüllt sind.

Ich bin gespannt, wie das Spiel sich weiterentwickelt. Es kommen fast täglich neue Geister oder neue Inselabschnitte (tauchen aus dem Meer auf) hinzu. Ob es für die Langzeit-Motivation ausreicht oder mir das Hin- und Hergewusel zwischen den Geistern, den Bäumen, Sträuchern, Fischen und Muscheln und natürlich Flammi irgendwann zu blöd wird, erfahren Sie in einem der nächsten Artikel dieser exklusiven Publikation.

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Facts & Fakes

Die Deutsche Telekom Stiftung hat ein „Spiel“ herausgebracht, mit dem jede*r ihre Fähigkeiten schärfen kann, Fakten von Lügen oder übertrieben positive Darstellungen von ausgewogenen zu unterscheiden.

Die App Facts & Fakes zeigt dazu einen typischen Smartphone-Bildschirm mit Facebook- und WhatsApp-ähnlichen Apps sowie einem Browser an. Freunde kontaktieren die Spielerin z.B. per „WhatsOn“, um ihr den neuesten Energy-Drink und seine ach so nebenwirkungsfreien segensreichen Wirkungen ans Herz zu legen.

Nach kurzer Recherche habe ich Kai zurückgeschrieben, dass er lieber die Finger von dem „gesunden“ Energy-Drink lassen soll. Aber Kai hat schon den nächsten hicen Shice am Start.

Grund genug für die Protagonistin, der Sache mal auf den Grund zu gehen. Browser raus, Inhaltsstoffe des Drinks gesucht, Tests von unabhängigen Instituten angeschaut … und dann den Freunden einen aufklärenden Text zurückgeschickt, der hoffentlich dann auch gelesen wird.

Insgesamt finde ich das Setting gelungen. Es findet da statt, wo wir alle (zu) viel Zeit verbringen, in (a)sozialen Medien und Chats mit Freunden und Familien. Die bei der Recherche aufgefundenen Informationen sind auch gut gemacht, treffen sowohl den Ton von „völlig unabhängigen“ Influencern wie auch den von seriösen Quellen recht gut. Manchmal fragt man sich, ob man ein Informations-Schnipsel nun als „Falsch“ oder „Übertrieben“ einsortieren soll, aber wenn das Ergebnis nicht passt, kann man sich ja korrigieren.

Alles in allem durchaus etwas, was man seinem Pubertier mal ans Herz legen kann. Aber auch selbst die Sinne schärfen schadet nicht!

Google Play Store Apple AppStore

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In den Apfel-Arkaden

Ein Jahr mit Apple Arcade.

… what you paid for?

Apple Arcade ist ein Abonnement-Angebot, das Apple Ende 2019 gestartet hat. Die Spiele kommen von bekannten Studios und auch von unabhängigen Entwicklern (Indipendents). Dementsprechend variieren Themen und auch die Qualität. Definitiv gibt es bei Apple Arcade Spiele, die man sonst eher nicht findet, Ideen, die vielleicht aus Hackathons entstanden sind und hier die Gelegenheit zum Ausreifen bekommen haben.

Was Apple Arcade nicht hat sind In-App-Käufe, das heißt, alle nervige Spielmechanik, die einem zum Kauf von irgendwas nötigen soll, fällt gleich mal weg, was sehr angenehm ist.

Alle Spiele sind auf iOS (iPhone, iPad) und macOS verfügbar.

Alba: A Wildlife Adventure

App Store Entwickler

Story: Zwei Mädchen, die auf einer mediterranen Insel Urlaub machen, dabei Tiere beobachten und so nützliche Dinge tun, wie das lokale Naturschutzgebiet restaurieren und eine Bestechungsaffäre um einen Hotel-Neubau in eben diesem Naturschutzgebiet aufdecken.

Gameplay: Man läuft als Alba über die Insel, fotografiert Vögel mit dem Smartphone, das sie per App dann gleich noch identifiziert, sammelt Müll ein, findet einen Fuchsbau, spricht mit den Einheimischen. Ja, eher geruhsames Gameplay, aber in wundervoll eingefangener Insel-Atmosphäre und mein kleiner Spanien/Mallorca-Urlaub auf dem Handy.

Honestly, a feel-good game about running around and doing good deeds

https://www.albawildlife.com

Zeit: Wenn man sich Zeit lässt, kann man ein paar Tage immer mal wieder eine neue Ecke der frei begehbaren Inselwelt aufräumen. Es gibt viele Zwischenziele (Vögel von Dreck befreien, Archeologen bei der Restauration der Burg unterstützen), mit den Einheimischen reden.

Grindstone

App Store

Mein Top-Zeitfresser 2020, Monster farbsortiert in Reihe verkloppen, dabei Diamanten einsammeln, die man in der Kneipe in frische Lebensenergie, beim Schmied in Schilde und Rüstungen und im Abenteuerbedarf gegen Pfeile und Gifttränke eintauschen kann. DerHauptdarsteller hat auch ein herrlich verzweifeltes Gesicht, mit dem man sich voll identifizieren kann. Schwierigkeitsgrad steigt über die 100+ Level sanft aber spürbar an. Manchmal hilft auch einfach nur Glück.

Reigns: Beyond

App Store Entwickler

In der bewährten Manier, in der man Karten links/rechts wischte, um ein Königreich zu regieren, kann man nun ein Raumschiff steuern. Die Crew ist gleichzeitig deine Band, mit der du durch’s All tourst. Der Bord-Computer ist ein bisschen paranoid, und ich bin auch nach vielen Lichtjahren nicht dahinter gekommen, wie ich diese eine Tür auf Deck A öffnen kann.

Macht man auf einem Planeten Station, kann man dort unter Umständen einkaufen oder eine Kneipe besuchen, manchmal darf man auch einen Gig spielen. Dazu nimmt man eine zum planetaren Publikum passende Gitarre aus der Sammlung und versucht, die auf einer „Tonspur“ entlang fliegenden Herzen einzusammeln.

Die Raumkämpfe sind hart und durch logisches Nachdenken nicht zu gewinnen, stattdessen muss man die Entscheidung wählen, die das Schiff in der Kampfanzeige in Richtung des feindlichen Raumschiffs dreht; dann hat man die Chance, ein paar Photonentorpedos auf den Reaktor der Gegner zu schießen.

Auch eine großartige Zeitverschwendung für Zwischendurch, allerdings mit hohem Frustpotential, weil die Hinweise, wie man zu bestimmten Dingen oder Events kommt, sehr dünn gesät sind.

Doomsday Vault

App Store Entwickler

Ein klassischer Puzzler mit Kistenschieben a la Sokoban, Abpassen von günstigen Gelegenheiten, nicht erschossen zu werden, Schalter hier umlegen, um dort weiterzukommen. Story: Roboter rettet aus verschiedenen Ruinenlandschaften Pflanzensamen für einen Neustart des zerstörten Planeten. Nett, aber irgendwann bin ich hängengeblieben; vermutlich ein inzwischen behobener Bug.

Jenny LeClue – Detectivu

App Store Entwickler

Ein schönes, langes, altmodisches Adventure, bei dem eine junge Detektivin in der Geschichte und im Untergrund ihrer Stadt forscht und dabei ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur kommt. Fein. Gern mehr davon.

Mutazione, eine Mutanten-Seifenoper

App Store Entwickler

Ein Spiel in gedeckten Farben, über eine junge Frau, die auf die Insel zurückkehrt, von der ihre Familie vor einer Katastrophe geflohen ist. Die verbliebenen Einwohner, darunter der kranke Opa der Protagonistin, sind allesamt etwas seltsam .. mutiert. Die junge Frau macht sich daran, Opa zu heilen, alte Freundschaften wiederzubeleben, indem sie Gärten anlegt/reaktiviert und wieder etwas Harmonie in die Inselgesellschaft bringt.

Ein eher melancholischer Zeitvertreib, mit dem ich nicht gleich warm wurde, der mir aber dann doch sehr ans Herz gewachsen ist.

Neo Cab

App Store Entwickler

In einer nahen Zukunft: Junge Frau fährt Taxi, unterhält sich mit ihren Fahrgästen. Super-Langweilig? Kommt darauf an, ob einen die Gespräche, die mit den Fahrgästen entstehen, interessieren …

Cyber Space Fans sollten einen Blick riskieren.

Tangle Tower

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Noch ein Adventure, noch eine Detektivgeschichte, noch eine Insel? Ja, aber durch ein paar eigen(willig)e Ideen und eine sehr verdrehte Familiengeschichte, die sich in sehr verdrehter Architektur niederschlägt, eine nette „Whodunnit“-Geschichte.

Where Cards Fall

App Store

Ein Puzzler mit einer innovativen Spielmechanik: Kartenhäuser.

Nein, nicht die Sorte, die leicht zusammenfallen, da muss schon ein ordentlicher Windstoß kommen. Die Kartenhäuser hier sind ein- bis dreistöckig, mit Flach- oder Giebeldach, und eignen sich dadurch, richtig kombiniert, der Spielfigur einen Weg von Start zum Ziel ebnen.

Das Spiel zeigt nach jedem Level eine Zwischensequenz, die traumartig die Stufen im Leben des Protagonisten widerspiegeln. Ohne Dialog, ohne Erklärung, muss man sich selbst denken, ob die Szene gerade das Ende der ersten Liebe gezeigt hat.

Fazit

Für einen Gelegenheitsspieler wie mich ist Apple Arcade gut angelegtes Geld. Es kommen ca. einmal im Monat ein oder zwei Spiele dazu, die man sich anschauen und entscheiden kann, ob sie einem gefallen. Es werden eigentlich alle Genres bedient, auch wenn diese persönliche Übersicht eher Adventure- und Puzzler-lastig ausgefallen ist. Die Spielideen und die grafische Umsetzung sind abwechselungsreich und gerade die etwas seltsamen Spielen erobern oft mein Herz.