through the wire, volume five

through the wire, volume five

Das Peter-Gabriel-Projekt through the wire hat im Juni Teil fünf geliefert, wie immer bei bandcamp zu kaufen.

Only Us

Ein Titel von Peter Gabriels Album US, bisher relativ unterrepräsentiert in dieser Sammlung von frisch aufgearbeiteten Songs. Ein werk-treues Cover, erneut mit Lori Lyoner als Vokalistin. Ich mag diese Version des Songs, bin aber mit der „reinknarzenden“ Gitarre nicht jeden Tag glücklich.

Mercy Street

Uuuuh, da muss man aufpassen, wenn man sich an so ein Stück rantraut, das vielen Fans sehr viel bedeutet. Hier wird dann an auch sehr wenig experimentiert. Dem einen mag schon missfallen, dass Vokalistin Celine Du Terte sich manchmal nicht entscheiden kann, ob sie in ihrer eigenen Stimme oder eher als (passable) Kate Bush-Emulation singen will. Die Phrasierungen sind nicht sklavisch bei Peter abgeschaut, das finde ich gut.

14 Black Paintings

DIe 14 Gemälde wurden hier ins Spanische übertragen. Da das Original mit recht wenig Text auskommt, ist es kein Problem, dem zu folgen. Was ich besonders mag, ist der zweite Teil, die Coda, das Outro. Die Band hat erkennbar Spaß daran, dieses Stück aus dem Museum, in dem die 14 Bilder hängen, nach draußen auf Straßenfest zu entführen. Ich glaube, mein Lieblingsstück dieser Ausgabe.

Here Comes The Flood

Eine leicht beschleunigte Version des Originals. Ich weiß nicht, ob diese Beschleunigung gut tut. Für mich lebt der Song von den Momenten des Innehaltens, die hier verloren gehen.

Lead A Normal Life

Eines der experimentelleren Stücke auf peter gabriel 3, hier gesungen von Samantha Preis, sehr nahe am Original, die Musik etwas aufgefrischt, mit vokalen Haaah und Bipps, mit zwei Drummern, das merkt man gegen Ende. Haaah. Gut!

Nachgedanken

Allgemein bin ich weiterhin von der hohen Professionalität der Musiker:innen begeistert, vom grundlegenden Bass-Werk von Projekt-Initiator Jeremy Nesse über die dekorativen bis explorativen Ideen der WeltWeitBand bis hin zum stets klaren und soliden Mix.

Was ganz anderes. Am Anfang seiner Karriere gab Peter Gabriel seinen Alben keine Namen, sie hießen einfach peter gabriel 1, 2, 3 und 4. Er erklärte, dass seine Alben ja so etwas wie ein regelmäßig erscheinendes Magazin wären, und das würde ja auch nicht mit jeder Ausgabe einen neuen Titel bekommen.

So, jetzt setzen wir uns mal hin und stellen uns vor, wir hätten 1977 das Peter Gabriel-Magazin mit seinen jährlichen Ausgaben bestellt. Der Meister wäre, nach großzügigem Mitzählen von Live- und Soundtrack-Alben, so circa 30 Ausgaben im Rückstand…