through the wire, volume four


Das Peter-Gabriel-Projekt through the wire hat heute Teil vier geliefert, wie immer bei bandcamp zu kaufen.

Exposure

Exposure ist per se ein experimentelles Stück vom zweiten Album von Peter Gabriel, ohnehin sein vermutlich experimentellstes. Das Cover bleibt dem Charakter des Stücks treu, modernisiert den Sound behutsam.

Excuse Me

Auf seinem ersten Album nach Genesis hat Peter Gabriel so ziemlich alles ausprobiert, unter anderem auch mit dem „Barbershop Quartet“ den Song Excuse Me. Ich denke, rückblickend wirft es einen Schatten voraus auf die Kollaborationen mit Randy Newman 20 Jahre später.

Die Zeile „I’m looking for Lost Angeles“ hat mich schon immer begeistert, ich mag solche Wortspiele 🙂 Die Lyrics schließen sich hier an die assoziativen Texte von The Lamb Lies Down On Broadway an.

The cheerleader waves her cyanide wand, there's a smell of  Peach blossom and bitter almonde.  

Die Version von through the wire ist werkstreu, inklusive des a capella Intros.

Don’t Break This Rhythm

Eines meiner Lieblingslieder aus der So-Ära, erschienen als B-Seite der Sledgehammer-Single. Auch dieses Cover sehr werktreu, mit female lead vocals von Lori Lynner, die mir sehr gut gefallen. Der Beat vielleicht etwas relaxter, flackernder als auf dem Original. Mein Favorit der Mai-Lieferung.

Wusste übrigens bis gerade nicht, dass Rhythm quasi ein Zwischenhalt auf dem Weg zur Mercy Street war.

Gabriel referred to Don’t Break This Rhythm as “the beta version” of Mercy Street.

Don’t Break This Rhythm by Peter Gabriel: Great B-Sides

Indigo

Das sehr ruhige Indigo von Peter Gabriel’s zweiten Album wird hier zum Spoken Word-Stück, das ist in Ordnung, wird aber nicht jedem gefallen. Die Vortragende ist die (glaube ich) zweite Professorin im Künstler-Aufgebot, Le Anne Dunic mit ihrer Band The Deep Cove. Vermutlich etwas, dem ich noch weiter nachgehen werde.

Bashi-Bazouk

Eines dieser athmosphärisch dahinströmenden Stücke. Hier werktreu re-interpretiert von Bradford Reed. Auf der verlinkten Wikipedia-Seite stehen Details zu dem von ihm erfundenen Saiten-Instrument pencilina – klingt cool 🙂


Im großen und ganzen bin ich mehr als zufrieden mit den monatlichen Releases der virtuellen Großband um Jeremy Nesse und Deane Arnold. Die Songs klingen alle frisch, und da, wo die Künstler sich Freiheiten herausnehmen, haben sie bisher immer meinen Geschmack getroffen. Mich überrascht, wie präsent die Songs der oft als „Findungsphase nach Genesis“ klassifizierten Alben 1 und 2 in diesem Projekt (bisher) sind.

Lustigerweise sehen die Macher eine ganz ähnliche Aufteilung wie ich (in werktreu und kreativ).

Says Deane, „We’ve approached some of the songs as relatively faithful tributes, while others have been more broadly reinterpreted. Certain songs should be respected for how they were born. Others have room for new perspectives. In all cases, the music has depth that can lead to unexpected results.“

Acclaimed Musicians Help Tribute Peter Gabriel With ‚Through The Wire‘