Gut ausgebaute Schriftfamilien, umsonst bis billig

Gute Schriftarten sind teuer, wenn man sie bei Herstellern wie Linotype oder Monotype (z.B. Fontshop) oder Adobe kauft. Aber Unternehmen wie IBM und Institutionen wie das CooperHewitt-Museum geben Hausschriften in Auftrag und geben die dann für die Öffentlichkeit frei.

Ein paar Beispiele von sehr gut ausgebauten Schriftfamilien sind:

  • IBM Plex ist in der über hundertjährigen Geschichte von IBM die erste speziell für IBM entworfene Schriftfamilie. Bisher herrschte bei IBM die Helvetica, an der man sich wegen ihrer weiten Verbreitung (auch als Abklatsch Arial) doch satt gesehen hat. Plex ist eine Super-Family aus Sans, Serif und Monospace (speziell für Code)

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  • Mozilla Fira ist für das inzwischen wieder beerdigte Firefox OS bestellt worden. Es basiert auf Erik Spiekermanns FF Meta, mit Abweichungen in der x-Höhe bei gleicher Schriftgröße, ansonsten aber optisch sehr ähnlich. Sie ist inzwischen in den Varianten Normal, Condensed und Compressed mit vielen Stärken von fadendünn bis richtig fett verfügbar, bringt es damit auf über 90 Schnitte, und das für DTP und Web … Galore!
    Fira Sans Condensed
  • intel Clear fällt dagegen fast schon mager aus, nur acht Schnitte von dünn bis fett plus italics bilden diese nüchterne Sans-Schrift, deren Design-Ziel gute Lesbarkeit auf Displays war.
  • CooperHewitt hat als Smithsonian Design Museum selbstverständlich Anrecht auf sein eigenes Schriftdesign. Um so schöner, dass sie es mit uns teilen. Als Sans-serif-Schrift natürlich auf der nüchternen Seite, aber als Museums-Ableger schlank und elegant. Alle sieben Varianten von Thin bis Heavy sind auch als kursiv im Vorrat.

Wie man bei der Betrachtung der Schriftmuster sieht, fehlt ihnen allen noch das recht neu definierte große Scharf-S. Bei der sonstigen Qualität dieser Schriftarten ist das aber Jammern auf hohem Niveau.

Bis zu diesem Punkt war alles umsonst, jetzt kommt ein spezielles Geschäftsmodell:

Die atipo foundry ist ein spanisches Design-Haus, das ein Dutzend Schriftfamilien für „pay what you want“ zum Download anbietet. Die Schriften sind in der Regel gut ausgebaut, es gibt mit Bariol/Bariol Serif auch eine Super-Familie. Die Mindestpreise rangieren zwischen 6 (Bariol) und 15 Euro (Noway) mit jeweils acht bis zehn Schnitten. Daneben gibt es diese Familien auch für die Nutzung im Web, wo dann je Projekt (WebSite) eine Lizenz zu zahlen ist. Wenn man sieht, dass andere Anbieter für einen einzigen Schnitt zwischen 20 und 60 Euro möchten, kann man das Angebot von atipo nur als Schnäppchen bezeichnen.