Auf der Arbeit sind wir auf Windows unterwegs und packen unseren Linux-Bedarf per VirtualBox in eine VM. In meiner Freizeit probiere ich es jetzt mal andersrum: Ein kleiner ThinkCentre, der mit Linux Mint Debian Edition läuft, bekommt ein virtuelles Windows 11 per Kernel VM (kvm).
Das klappt alles insgesamt gut, wie bei Linux üblich darf man sich halt nicht davor fürchten, zur Kommandozeile zu greifen. Der Ablauf ist ungefähr folgender:
Windows Installations-Image und Product Key
Ein Windows 11 ISO-Image herunterladen, die gibt es legal direkt von Microsoft. Die ISO-Datei steht unter Windows 11 Laufwerkimage (ISO) für x64-Geräte herunterladen.
Der Product Key zum Windows steckt heutzutage bei allen großen Herstellern direkt in der Firmware des Geräts. Wer Windows direkt auf die Hardware aufspielt, wird gar nicht danach gefragt; Windows holt ihn sich direkt von dort. Unter Linux zeigt der folgende Befehl den Produktschlüssel in der letzten Zeile:
user@thinkie:~$ sudo strings /sys/firmware/acpi/tables/MSDM
MSDMU
LENOVOTC-M1U
AMI
ABCDE-12345-FGHIJ-67890-KLMNP
VM mit virt-manager anlegen
Für das Einrichten einer neuen VM sieht kvm den virt-manager vor, eine GUI-Anwendung, die einen Wizard anbietet, der den Pfad zur ISO-Datei, die Speicher- (8 GB) und CPU- (4 CPU) Zuweisung und die Größe der virtuellen Festplatte abfragt.
Dann dauert es eine Weile und ein paar Restarts des virtuellen Windows, bis Windows die üblichen Einstiegs-Dinge wissen will, alles sehr unaufregend.


VirtIO-Treiber installieren
Wer VirtualBox kennt, kennt die Guest Additions, die Windows Treiber hinzufügen, mit denen es besser mit der virtuellen Hardware arbeiten kann. Vor allem, um auch höhere Bildschirmauflösungen unterstützen zu können.
Das Konzept gibt es bei KVM auch und heißt virtio (Virtual Input/Output) Viele Anleitungen schlagen vor, davon unter Linux eine ISO-Datei herunterzuladen und dann der Windows-VM zur Verfügung zu stellen. Das macht Sinn, wenn die Windows-VM nicht ins Netzwerk oder nicht ins Internet darf.
Meine VM darf ins Internet und daher habe ich die Treiber-Sammlung direkt in Windows heruntergeladen. Von virtio gibt es regelmäßig neue Releases, ich habe den aktuellen Stand des Installers virtio-win-gt-x64.msi von den Fedora People heruntergeladen und dann wie alles andere in Windows installiert. Damit funktioniert dann die Anpassung der Bildschirmauflösung.
Fazit
Falls ich mal virtuelles Windows auf Linux brauche, werde ich diesen Weg wieder einschlagen und sehen, wann er zu Fallstricken führt.
Der erste Fallstrick tat sich am folgenden Tag auf, als die VM nicht starten wollte, weil ihr das Netzwerk fehlte. Das wird von KVM verwaltet und kann bestimmt viel mehr Dinge als ich brauche. Virtuelle Machinen mit virtuellen Netzwerken verknüpfen …
Die Lösung für mein Problem hat sich bei Ask Ubuntu gefunden: Can’t start KVM guest: „network ‚default‘ is not active“ Die Befehle sind in Kürze:
sudo virsh net-list --all
zeigt an, welche Netzwerk Interfaces vorhanden sind und welchen Status sie haben.
sudo virsh net-start default
startet das Interface mit dem Namen default. Problem für’s Erste gelöst. Wenn ich die VM verwenden wollte, würde ich das noch für immer starten konfgurieren,
sudo virsh net-autostart default
Da die VM und KVM aber wieder gelöscht werden, notiere ich das hier nur.
