Brian Eno, Top-Produzent von Musik für Flughäfen und Aufzüge1, hat ein Kästchen mit Kärtchen. Auf jedem Kärtchen ein Ratschlag, um aus einem kreativen Loch, einer Uninspiriertheit herauszufinden. Hat erstmal nichts mit Musik zu tun, ist einen Blick wert, wenn man feststeckt. Digital unter Oblique Strategie, mit so zufällig ausgespielten Perlen wie:
Take away the elements in order of apparent non-importance
You don’t have to be ashamed of using your own ideas
State the problem in words as clearly as possible
u.v.a.m.
1 Okay, außerdem auch noch von U2, David Bowie, Talking Heads, … f*ck! there’s an own Wikipedia category for this!
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Die Configuration Complexity Clock fasst ein (vielleicht/vermutlich) nur für Programmierer nachvollziehbares Vorgehen zusammen: Eine gewisse Abneigung gegen einfache Lösungen verbunden mit dem Wunsch „es richtig zu machen“ (im Gegensatz zu „das Richtige, vom Kunden bezahlte“ zu machen). Man beginnt damit, dass ein Programm eine gewisse Konfiguration benötigt, im Beispiel einen änderbaren Umsatzsteuer-Satz. Dazu braucht man eine Konfigurationsdatei und das könnte das Ende vom Lied sein.
Tatsächlich endet es aber öfter als einem lieb ist damit, dass die Konfiguration zu einem Programm in einer selbst-erfundenen Sprache ausartet. Und da es nun ein Programm ist, braucht es bestimmt die ein oder andere Einstellung in einer Konfigurationsdatei. Die Complexity-Clock schlägt Zwölf, das Spiel beginnt von neuem. Details im verlinkten Artikel.
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Two Hard Things in Computer Science ist eine Sammlung von Martin Fowler, die ein paar meiner Lieblingsweisheiten zur IT enthält, darunter diese hier:
There are only two hard problems in distributed systems: 2. Exactly-once delivery 1. Guaranteed order of messages 2. Exactly-once delivery
Die meisten von uns arbeiten nicht an Betriebssystemen und Compilern. Sondern an dem System, mit dem die Firma seit 15 Jahren ihr Geld verdient und an dem schon fünfzig Leute vor uns gearbeitet haben. Nix Drei-Wünsche-Fee. Software-Archäologie.
Ein wenig persönliche Personal Computer Archäologie: Wir schreiben das Schuljahr 1991/92, mein Gymnasium feierte sein 70jähriges Bestehen und wollte aus diesem Anlass eine Schul-Chronik herausgeben. Mein Vater, Lehrer an diesem Gymnasium, erhielt den ehrenvollen Auftrag, die Erstellung dieser Chronik zu leiten. Er stellte eine Textverarbeitungs-AG (Arbeitsgemeinschaft) aus fünf Schülern zusammen, darunter ich.
Die kommenden Wochen und Monate waren von sehr intensiven, arbeitsamen, chaotischen Nachmittagen im Computer-Raum der Schule geprägt. (Bis kurz davor war der Computer-Raum das schwer gehasste Sprachlabor. Dessen wertvolle Tonband-Ausstattung wurde dann eines Tages abtransportiert, ohne dass ihr irgendjemand eine (dokumentierte) Träne nachgeweint hätte.) Dieser Computer-Raum hatte (wenn Die Erinnerung™ nicht trügt) circa zwölf Rechner für die Schüler und einen für die Lehrkraft. Möglicherweise waren es 386SX Clone mit MS-DOS. Das Setup wurde komplettiert von einem HP DeskJet 500 und einem im abschließbaren Nebenraum untergebrachten Novell Netware Server.
Ein konservatives Zwei-Spalten-Layout, durchgehende Serif, keine Tausend-Schriftarten-Happy-Hour. Anzeigen und Fotos nicht gescannt, sondern in die unter andächtiger Stille mit 300dpi ausgedruckten jetzt wirklich endgültigen Seiten geklebt.
Während andere sich darum kümmerten, Sponsoren und Werbekunden für die Chronik zu gewinnen, treibt mein Vater eifrig Artikel von Kolleginnen und Kollegen, von den Verantwortlichen der Stadt, von den Altvorderen ein. Irgendwann kamen die ersten Rückläufer und damit die Aufgabe, aus den Texten tatsächlich ein Buch zu layouten.
Da Öffentlicher Dienst im Allgemeinen und Schulen im Besonderen in Deutschland ja nichts kosten dürfen, ist die Software-Ausstattung frugal. Als Textverarbeitung ist Context Pro installiert, ein Programm, das damals vermutlich eine eingeschworene Fangemeinde hatte (wohl auch den Vobis PCs beilag), aus deutschen Landen stammte und vermutlich billig (im Gegensatz zu Word oder WordPerfect) zu haben war. Damit ließen sich die Texte, wo es notwendig war, digitalisieren, will sagen abtippen, und in einem gemeinsamen Verzeichnis auf dem Netware-Server in Sicherheit bringen. (Möchte nur anmerken, dass es dem Engagement einzelner Lehrer zu verdanken war, dass die Computer einzeln und im Netz überhaupt funktionierten. Unbezahlte Mehrarbeit, gerne genommen, selten bedankt.)
Schon damals las ich die c’t (Testbericht aus der c’t 6/1990) und konnte damit auf Papas Frage nach einem Layout-Programm den Timeworks Publisher empfehlen – von dem wir dann auch eine Lizenz beschaffen ließen. Timeworks war ein DTP-Programm auf GEM-Basis, eine frühe Alternative zu Windows. (Atarianer kennen es als Oberfläche ihres TOS.) Man brauchte kein GEM für den Publisher, der brachte eine Runtime (Laufzeit-Umgebung) gleich mit, und sah damit für ein PC-Programm ziemlich schick aus. (Screenshots von Timeworks Publisher 2 für den PC scheint es keine zu geben, aber wer danach sucht, kann sich an den Atari-Screenshots orientieren.)
Wir Computer-Dompteure hatten eine wilde Zeit, Texte zu digitalisieren und zu redigieren (in Context), dann in den Publisher zu übernehmen und dort zu einem (recht konservativen Zwei-Spalten-) Layout zusammenzufügen. Erleichtert wurde die Arbeit dadurch, dass der Publisher als relative Neuheit für ein DTP-Programm es zuließ, die Texte direkt im Layout zu editieren, um zum Beispiel noch zwei Wörter zu kürzen, damit der Text auf den ihm zugemessenen Platz passte.
Es hat Spaß gemacht, Timeworks DTP auszuloten. Es kostet Zeit, aber der Aufwand lohnt. Das Programm ist noch vergleichsweise leicht zu bedienen, erfordert aber schon einen gewissen Übungsaufwand. Timeworks DTP bietet viele Funktionen, die es als vollwertiges Desktop-Publishing-Programm ausweisen. Ein deutliches Manko sind in erster Linie die wenigen direkt lesbaren Fremdformate für Text- und Grafikdateien. Trotz einiger Fehler und Macken hinterläßt Timeworks DTP den Eindruck, ein praxistaugliches Programm für den allgemeinen Büroalltag zu sein.
Fazit des c’t Testberichts „Mittelklasse – Vier Low-Cost-DTP-Programme im Vergleich“, in c’t 6/1990, S. 90ff
Erschwert wurde die Arbeit durch selbstverständlich inkompatible Speicherung von Umlauten, d.h. jeder Text aus Context musste im Publisher nochmal mit seinen Original-Umlauten versehen werden. Ebenso war der DeskJet zwar im Netzwerk eingebunden, man konnte ihn aber durch überschneidend abgesetzte Druckaufträge mit Leichtigkeit ins Chaos stürzen. Ein Zustand, in dem er in Windeseile seine teure Tinte in großen Buchstaben auf seitenweise Papier spritzte. Bis man ihn abgeschaltet, die Druckerqueue gelöscht und alles wieder in Betrieb genommen hatte. Wir haben mehrfach zum Großen Anlagen Hauptschalter im Lehrerpult gegriffen, um Schlimmeres zu verhindern. Drucken war danach eine durch Zuruf zu koordinierende Angelegenheit. Aber da der Computer-Raum an diesen wilden Tagen uns gehörte, war das dann kein Problem.
HP DeskJet 500 im Festtagsmodus (300 dpi), getreulich von der Druckerei reproduziert.
Den Widrigkeiten der mittelalterlichen IT zum Trotz, wir haben es geschafft. Vor Ende des Schuljahres waren die Druckvorlagen fertig, auf die dann an den passenden Stellen noch die Fotos eingeklebt wurden. Dann ging das ganze zur Druckerei. Nix da digitale Druckvorstufe. Als Papierhaufen. Und zu den Feierlichkeiten am Jahresende hatten wir eine feine Chronik, die unsere Schule gerne und erfolgreich an Eltern, Ehemalige und sonstige Interessierte verkaufte.
Als Textverarbeitung wird im ganzen Haus – zur Verblüffung mancher Besucher – nicht ein renommiertes Programm, etwa WORD oder WORDPERFECT, eingesetzt, sondern CONTEXT 4.0, ein vom DMV-Verlag vertriebenes Programm mit ausreichend gutem Funktionsumfang, von dem eine Netzwerklizenz unter 40,- DM kostet. Es spricht vieles für eine solche Wahl. Zunächst muß man sich vor Augen halten, daß die Anforderungen an das vom Gericht produzierte Schriftgut bei Licht betrachtet doch recht bescheiden sind, so daß zahlreiche Funktionen „großer“ Programme ohnehin nie benötigt würden. Dann ist zu bedenken, daß – jedenfalls im Grundsatz – ein Programm um so schwieriger zu bedienen ist, je mehr Funktionen es enthält. Insoweit kann „small“ wirklich „beautiful“ sein. Zwar kann CONTEXT natürlich bei weitem nicht soviel, wie die genannten Spitzenprogramme, es hat aber – neben dem sehr viel niedrigeren Preis – eben den ganz großen Vorteil, äußerst leicht bedienbar und erlernbar zu sein.
Eine Fundgrube an allerhand Hard- und Software-Kuriositäten ist das OS/2 Museum von Michal Necasek. Während die ersten Beiträge noch tatsächlich von OS/2 und seiner wechselvollen Geschichte vom Hoffnungsträger zum vernachlässigten Scheidungskind von IBM und Microsoft handelten, werden inzwischen auch Novell Netware, ältere Hardware und ihre Emulation und zuletzt das gute alte Microsoft Basic (GW-BASIC) behandelt.
Manchmal geht es wirklich tief hinein, wie beim Vergleich verschiedener Revisionen einer obskuren Soundkarte. Wem das nicht passt: Es gibt noch mehr zu entdecken.
Dadhacker war Entwickler bei Atari, als Jack Tramiel, gerade bei Commodore gefeuert, 30 Millionen Dollar zusammenkratzte und den kriselnden kalifornischen Games & Computer-Pionier übernahm. Er wurde dann Teil des Teams, das das von Shiraz Shivji konzipierte Design zum Leben erweckte. Seine Erlebnisse, unter anderem auch die Zusammenarbeit mit (CP/M- und GEM-Entwickler) Digital Research für das Betriebssystem und die grafische Benutzeroberfläche des ST, hat er in zwei sehr unterhaltsam geschriebenen Beiträgen festgehalten:
Update 2023-07-23: Links auf die Original-Seite funktionieren nicht mehr, für Links auf die von web.archive.org gesicherten Seiten von diesen und weiteren Artikeln siehe: Dadhacker and the Making of the Atari ST
Und wenn ihr da durch seid (oder Atari euch nicht interessiert), schaut euch seine anderen Stories an, er war/ist noch bei anderen Konzernen (u.a. Apple) aktiv.
Das Blog Rare & Old Computers hat eine mehrteilige Reihe über eine deutsche Entwicklung aus den 1980er Jahren, den Gepard. Basis ist der Motorola 68000, damit stellt sich das System in eine Reihe mit dem Ur-Macintosh, dem Atari ST und dem Amiga, bzw. vom Anspruch eher zu den Workstations von SUN. Der Markt hat sich „daran vorbeientwickelt“, und ich habe aus diesem Blog zum ersten Mal von ihm gehört. Daher hier für alle interessierten Computer-Archäolog_innen der Tipp, sich die ausführliche Dokumentation des Gepard von Fritz Hohl durchzulesen: Gepard – An early German 68000 hobbyist workstation
Jonathan Littmann: The Fugitive Game, Online with Kevin Mitnick, The Inside Story of the Great Cyberchase (1996)
Das Buch, das diesen länglichen Titel trägt, ist im Wesentlichen ein Stapel Protokolle von Telefongesprächen, die Kevin Mitnick mit dem Autor geführt hat, während er auf der Flucht vor dem FBI war. Mitnick war zuvor schon in einem der ersten Hacker-Prozesse für schuldig befunden worden und befand sich auf Bewährung „draußen“.
Er versuchte, Arbeit zu finden, aber da er ein verurteilter Cyber Criminal war, gestaltete sich das schwierig. Immer, wenn er eine Job-Zusage hatte, die im entferntesten mit Computern zu hatte, rief sein Bewährungshelfer den prospektiven Arbeitgeber an und klärte ihn über die Vergangenheit von Mitnick auf. So kann man keine ehrliche Arbeit finden, insofern ist es verständlich, das Mitnick untertauchte und unter neuer Identität an einem anderen Ort, abseits des sonnigen Kalifornien, nach neuem Glück suchte.
Soweit die Vorgeschichte, ungefähr das vordere Viertel des Buches. Dann kommt die Zeit, in der Mitnick mit dem Autor des Buches stundenlange Telefongespräche über seine Vergangenheit und Zukunft führt. Die Gegenwart, weil vermutlich strafrechtlich relevant, wird peinlich vermieden. Das letzte Fünftel des Buchs nimmt dann Medienschelte ein. Warum?
Mitnick wurde zunächst nicht vom FBI verfolgt. Das hatte kein Interesse an einem Hacker, der seine Bewährungsauflagen verletzt hatte und untergetaucht war. Die Leute, in deren Computer er angeblich eingebrochen war und über die er sich lustig gemacht hatte, waren es, die ihn im Knast sehen wollten. Ein DEC VAX-Experte aus Großbritannien, der Mitnicks social engineering aufgesessen war, gehörte genauso dazu, wie die klassischen Gegner der Hacker, die Telefonkonzerne.
Schließlich soll Mitnick einem kalifornischen Sicherheitsspezialisten gehackt haben, natürlich unrühmlich für einen, der andere in Sachen Sicherheit berät. Ob er es tatsächlich war, ist zum Zeitpunkt der Drucklegung des Buchs ungeklärt, aber eben dieser Spezialist Tsutomu Shimomura macht sich auf die Suche nach Mitnick. Und bringt den New York Times Journalisten John Markoff mit. Und hieran entzündet sich die Kritik von Littmann.
Littmann meint, dass John Markoff nicht der neutrale Beobachter war, der er als Journalist hätte sein müssen, sondern sich aktiv in die Untersuchung und Verfolgung eingeschaltet habe, mit dem Ziel, die Jagd später in einem Buch zu dokumentieren und damit Geld zu verdienen. Nun ja, das war deutlich vor den embedded journalists des ersten Irak-Kriegs.
Fazit: Das Buch besteht zu mindestens der Hälfte aus den unkommentierten Telefonaten zwischen Mitnick und Littmann. Behauptungen von Mitnick werden stehengelassen, Andeutungen nicht aufgelöst. Wer auf die Lektüre von Telefonprotokollen steht, wird Spaß daran haben. Als Buch ist es eher langatmig und langweilig. Cyberpunk von Katie Hafner und John Markoff ist deutlich lebendiger und befasst sich immerhin zu einem Drittel ebenfalls mit Kevin Mitnick, der – Ironie der Geschichte – inzwischen selbst als Computer-Sicherheitsberater sein Geld verdient/verdienen darf.
Verwandte Themen
The Hacker Crackdown von Bruce Sterling, eine der ersten Schilderungen/Story-Sammlungen der Hacker-Kultur
Am Sonntag hatte „mein“ Verein Mitgliederversammlung, der jährliche Termin, bei dem der Vorstand über seine Arbeit berichtet, die Kassenprüfer ihre Prüfergebnisse vorstellen und die Mitglieder (alle paar Jahre) einen neuen Vorstand wählen.
Abstimmungen mit Ja/Nein/Enthaltung, wie für die Entlastung des Vorstands notwendig, funktionieren in Zoom recht gut, aber wir mussten Vorkehrungen treffen für die (Ehe-)Paare, die an einem Gerät teilnehmen (=2 unabhängige Stimmen). Die Stimmzettel waren also immer mit zwei Abstimm-Möglichkeiten ausgestattet. Wer allein teilnahm, musste das bei der zweiten Stimme angeben. Hat gut geklappt.
Ja/Nein/Enthaltung geht, was nicht geht ist die Wahl von m Vorständen aus n Kandidaten (also wenn es demokratie-typisch mehr Kandidaten als zu vergebende Vorstandsposten gibt), das unterstützt Zoom nicht. Da hatte ich https://onlinevoten.de/ für in der Hinterhand, hab’s dann aber nicht gebraucht, weil m=n=7 war und wir „Listenwahl“ machen konnten.
Auch bewährt hat sich für mich, mit einem zweiten Account „Die Technik“ reinzugehen und den zum Host zu machen. Von dem Host-Laptop kamen dann auch die Präsentation und die Abstimmungen, so dass ich mit meinem „persönlichen“ Zugang aus Teilnehmersicht sehen konnte, dass alles läuft, und auch an den Abstimmungen normal teilnehmen konnte (das kann der Host nicht).
Gefühlt jede dritte WebSite fragt mich, ob ich Benachrichtigungen oder Notification haben möchte. Habe ich nicht einmal Ja geklickt. Benutzt das jemand? Ist es, nach "Wir verwenden Cookies" und "Wir haben ein tolles Video, schau mal", der dritte Weg-Klick? Wegen mir kann das weg.
Das habe ich vor ein paar Jahren schon mal aufgeschrieben, aber es gilt auch dieses Jahr noch/wieder.
So, für jene, welche wie ich zwischen den Jahren gerne Ordnung machen, und schon jetzt eine leere ToDo-Liste haben:
Mail, Kalender, Adressen, ToDo-Listen von Google, GMX etc. zu einem Provider umziehen, bei dem Du Kunde und nicht Ware bist. (z.B. mailbox.org, posteo.de)
Hilf anderen, ihren widerlichen web.de-Account loszuwerden. (Provider, siehe oben)
Brauchst Du die ganzen Newsletter wirklich? Oder schmeißt Du sie ungelesen weg? Probiere doch mal, ob der unsubscribe-Link funktioniert.
Haben Deine lebenswichtigen Internetdienste (Domain-Registrar, Postfach, Webhost, Online-Shops) eine aktuelle E-Mail-Adresse, optimal ein eigenes Alias, so dass Du Mail von ihnen zweifelsfrei identifizieren kannst?
Haben Deine lebenswichtigen Internetdienste noch genug Budget? (Mailbox.org, uberspace.de, inwx.de nehmen z.B. alle am liebsten eine Überweisung für einen Jahresbeitrag im Voraus.) Hahaha, genau deswegen ist mir mein Blog verlorengegangen!
Gibt es Provider, die Du aufgeben willst? Schau doch mal, wann eine Kündigung möglich ist, und setze das Datum dafür in Deinen Kalender. Am besten mit einem Stichwort, zu welchem Dienst Du umziehen willst.
Kleiner Exkurs dazu: Diese Site ist schon sehr lange bei domainfactory. Die haben sich aber entschieden, ihr Hosting nach Frankreich zu verlagern. Ungeschickterweise zu einem Zeitpunkt, als in Frankreich der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, und damit einige Schutzrechte nicht mehr so recht gelten. Hosting in Deutschland gibt es nun gegen Aufpreis. Finde ich nicht witzig und führt dazu, dass ich domainfactory verlassen werde. Den Termin samt Umzugsziel habe ich schon notiert. Update 2019: Umzug ist passiert, Domains nun bei inwx, alles Web bei Uberspace.
Lösch den ranzigen Yahoo-Account und vergib überall ein neues Passwort, wo Du in den letzten Jahren Dein Yahoo-Passwort (wieder-)verwendet hast. (Tust Du eh nicht, schon klar.) Die haben es überhaupt nicht im Griff, und mir hat es genau eine Sekunde leid getan, den Yahoo- samt dem Flickr-Account gelöscht zu haben.
Lasse die Giftmülldeponien Facebook, Instagram und WhatsApp hinter Dir. Es geht 1. ohne und 2. gibt’s Alternativen.
Und mit dieser aufgestockten ToDo-Liste: Frisch ans Werk!
Wegen Vernachlässigung wurde dieses Blog und der Rest von inpc.de aus dem Web gewischt. Natürlich, weil Hobby, keine Backups vom Blog gehabt, zumindest keine auffindbaren.
Zum Glück gibt es archive.org, die netterweise eine Kopie vom Internet machen. Und Leute, die einen Downloader dafür bereit halten, so dass zumindest die Möglichkeit besteht, das alles® hier in alter Frische wieder erstehen zu lassen. Dauert halt, und ist es das überhaupt wert? Na, wir werden sehen …
Da fällt mir doch gerade beim Stöbern im iTunes auf, dass es heutzutage wohl einfach ist, ein komplettes Pop-Album zu rezensieren. Während ein Kritiker sich früher mit Skip und Fast Forward durch ein evtl. zu verreißendes Album quälen musste, kann er heute auf die vorkonfektionierten Sound-Schnipsel (Hörproben) der Musik-Stores zurückgreifen. Es gibt zwar keine Garantie, dass die dort ausgewählten 30 Sekunden tatsächlich die Essenz eines Songs wiedergeben – aber machen wir uns mal nichts vor, bei den meisten 3:30 Radio-Edits passieren keine revolutionären Tonart-, Rhythmus- oder Genre-Wechsel.
Damit könnte man zum Beispiel Album Temptation der Popstars Monrose nur anhand der iTunes-Hörproben wie folgt abhandeln:
“Shame”, der Power-Pop-Song, mit dem sich Bahar in die Herzen der Zuschauer gesungen hat.
“Even Heaven Cries”, eine Standard-R&B-Ballade, die im Formatradio nicht unangenehm auffallen wird.
“Oh La la”, ein wenig glaubwürdiger Versuch, Fergie (von den Black Eyed Peas) nachzumachen.
“No”, ein Versuch, die „drei Engel“ mit einem Beyonce/Destiny’s Child-Sound auszustatten
“I’m Gonna Freak Ya” – um auf Douglas Adams zurückzugreifen: „größtenteils harmlos“
“Love Don’t Come Easy” eine Ballade für Weihnachten, kuschel, kuschel, mit klimpernden Schneekristallen
“2 of a Kind” (Ups, hier versagt die „Schnipsel-Methode“, die Hörprobe geht von Refrain zu Strophe über und da ändert sich so einiges, aber wir ordnen das hier mal bei „Disco“ ein.)
“Your Love is Right Over Me” Klimper-Klavier-Ballade, nichts aufregendes.
“Work It”, das ist wohl von den „No Angels“ liegen geblieben
“Do That Dance”, das ist Christina Aguilera, aber bevor sie ihren eigenen Stil gefunden hat.
“Live Life Get By” Geigen-Ballade, mit Opern-Schmelz im Hintergrund, vermeidbar.
“Push Up On Me”, noch mehr R&B in Richtung Destiny’s Child
So, ich würde ja fast wetten, dass ich im Internet keine viel ausführlichere Albumkritik finden werde, vor allem, wenn ich verhinderter Plattenkritiker hier noch ein Summa Summarum dazutexte:
Insgesamt zeigt sich am Stilmix dieses Albums, dass die Macher hinter Monrose keine zwingende Idee haben, wo sie mit den Mädels hinwollen. Natürlich könnte man Monrose zu Destiny’s Child 2 machen, es ginge aber auch Sugababes oder was in der Tradition von Abba.
Dankbar kann man für die Entscheidung sein, die Mädels englisch singen zu lassen. Bei der ganzen Deutsch-Pop-Inflation der letzten Zeit, bei der „Reim dich oder ich fress dich“ die Leitlinie der Songschreiber zu sein scheint, ist es entspannend, die Tiefe oder Flachheit eines Textes nicht ganz so genau mitzukriegen!
Monrose wird seine Fans finden, ja hat sie durch die Popstars!-Show schon gefunden. Jetzt sollen die drei Mädels noch ihren eigenen Stil finden (dürfen), dann kann Monrose an den Erfolg der Angels anknüpfen!
NEW Sparklines : Hier zeigt uns Edward Tufte, wie man kleine Diagramme mittem im Text unterbringt – und wieviele sinnvolle Anwendungen es dafür gibt.
Update, 2023-07-25: Die verlinkte Seite gibt es nach fast 20 Jahren noch und zeigt aktuelle Anwendungen der Sparklines, unter anderem ein Apple Watch Face, und historische Anwendungen (prior art?) beim Auffinden von Pulsaren
Es wird Zeit für mein erstes Tufte-Buch, wird es nicht?