Wieder ein paar Fundstücke zur Geschichte der Computer:
DIE STASI UND DIE SPIELCOMPUTER, ein kurzer geschichtlicher Abriss über die Hacker in der DDR, die von der Staatssicherheit zwar beobachtet, aber gleichzeitig als notwendig erachtet wurden, um den Anschluss an „den nicht-sozialistischen Wirtschaftsraum“ nicht völlig zu verlieren.
Ich sollte dringend mal forschen, was das HNF (Heinz Nixdorf MuseumsForum) sonst noch zu bieten hat.
Once We Were Giants: The History Of Simulmondo – Part I hier zeichnet der auch auf twitter sehr aktive Damiano Gerli (@damgentemp) die Geschichte einer italienischen Spielefirma nach. Mit einer Akribie, die ich mir auch von Journalisten bei „wichtigeren“ Stories wünsche. Viele weitere Artikel über Spieldesign und andere Firmen …
Ein Podcast von zwei Damen über Prä-PC-Computernetze wie Prestel (UK) und Bildschirmtext (BTX, of Deutsche Bundespost fame): Our Friend the Computer
Das Peter Gabriel-Cover-Projekt through the wire hat im August Teil sechs geliefert, wie immer bei bandcamp zu kaufen. Vorweg, das ist der erste Teil mit dem ich nicht ganz einverstanden bin. Hier werden zwei ikonische Songs für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr verwurstet. Aber im Einzelnen:
Bully For You
Eine Kollaboration mit Tom Robinson, hat mich Jahre gekostet, das Ding auf einer, hüstel, inoffiziellen Compilation zu finden. Peters Gesang auf der mir unter dem Namen Wild vorliegenden Compilation ist recht aggressiv.
Dieser, ich behaupte mal, eher unbekannte Song wird hier ordentlich renoviert, einmal mehr übernimmt eine Dame den Gesang. Ich möchte an dieser Stelle deutlich sagen, dass mir speziell die Auswahl der Vokalistinnen in diesem Projekt wirklich gefällt. Die hier performende Leashya Fitzpatrick-Munyon kennt man wohl nur in Austin, Texanischen In-Kreisen. Ach, googled die einfach mal …
Update, 2022-09-18
In der Zwischenzeit habe ich in den Kommentaren unter einem Artikel von Leashya auf Medium (Life in Liminal Space) eine kleine Unterhaltung mit ihr führen können, darüber, wie sie zu dem Projekt kam und wie die Zusammenarbeit funktioniert. Ich versuche das hier zusammenzufassen:
Leashya hat die Projektgründer Jeremy Nesse and Deane Arnold auf einem TOAPP Music Camp kennengelernt. TOAPP ist Three Of A Perfect Pair, einer davon ist Tony Levin, Peter Gabriel Bassist, und das ganze scheint ein tolles Zusammentreffen von Musikern zu sein, die da miteinander jammen und eine gute Zeit haben. Da hat sie also in einer Band mit den beiden gesungen und ist hinterher gefragt worden, ob sie bei through the wire mitmachen möchte.
Sie hat dann ein paar Songs zur Auswahl bekommen und hat sich für Bully For You entschieden, weil sie den Song noch gar nicht kann. Jeremy und Deane haben ihr alle künstlerische Freiheit für ihre Interpretation gegeben. Sie schreibt weiter, dass es einer wunderbare Gelegenheit war, zu experimentieren, denn wegen der tieferen Stimmlage musste sie ganz anders singen als sonst.
Peter Gabriels Musik begleitet sie seit ihren Teenager-Jahren und sie findet, dass die Bedeutung der Songs für sie sich mit den Jahren wandelt und auch tiefer wird. Sie bewundert, wie Peter in seinen Songs Geschichten entstehen lässt, wie er auch in seinen Bühnen-Shows immer wieder Grenzen überwindet, und das inspiriert sie, das auch in ihrem eigenen Leben zu tun.
Solsbury Hill
An welchen Song denken Unbedarfte, wenn sie „Peter Gabriel“ hören? Neben Sledgehammer und Big Time bestimmt an „My heart going Boom, Boom, Boom“-Solsbury Hill. Und hier fehlt das. Das Boom, Boom, Boom fehlt. Ganz deutlich. Diese Interpretation verstehe ich einfach nicht.
Washing of the Water
Da nimmt jemand den sanft durch die englischen Lande fließenden River und versetzt ihn nach Nashville, Tennessee. Macht einen Country Song draus. Und dann ist die Dame noch nicht mal aus den US of A, sondern lebt in Australien. Eine erst einmal gewöhnungsbedürftige Konversion, aber inzwischen mag ich sie.
Sonia Wilson is a living, breathing human Womad Festival. Born and raised in Paris, UK-educated and now based in Auckland, the Franco-American singer, songwriter and musician had a dizzying musical apprenticeship. A member of both gospel and a capella choirs from a young age, Sonia infuses into her music a wide variety of languages, colours and cultures: her music has taken her from the streets of Paris, across the Kenyan savannah, through remote Himalayan villages, and then ’home’ to New Zealand.
https://ockhamcollective.org.nz/r-sonia-wilson
In Your Eyes
Die (meiner Meinung nach) zweite Niete in dieser Auswahl. Ja, das Original ist hier noch erkennbar. Aber das klingt mir zu sehr nach Rock der Bon Jovi-Sorte, und den kann ich nicht leiden.
Of These, Hope
Der Rhythmus scheint durch die neuen Kleider, die dieser wunderschöne Track von Passion hier bekommen hat. Die Synthies fiepen und flippen, die Duduk lässt den Original-Charakter der Komposition aufscheinen, sehr fein, alles.
White Ashes
Nicht erschrecken, der Weg zum Ende dieser Song-Auswahl führt durch die Fabrikhalle. Alexander Sigman lässt den Song hier von Robotern aus frisch gepresstem Stahl zusammenschweißen. Das ist bestimmt nix für jede:n. Aber ich mag das. Sehr sogar.
Für die, die jetzt die Oropax wieder rausgezogen haben: the lunapedium hat die White Ashes-Schleife, die unter dem Menü der Growing Up Live-DVD liegt, zur Beruhigung.
Die Karaoke-Version, nein, die Instrumental-Version von fünf Songs aus der through the wire-Bibliothek. Wie immer auf bandcamp.com zu kaufen.
Bei allen Songs in dieser Ausgabe kann man sich einfach nur in die Musik vertiefen, ohne von einer als unpassend empfundenen Gesangsstimme irritiert zu sein.
Das Peter-Gabriel-Projekt through the wire hat im Juni Teil fünf geliefert, wie immer bei bandcamp zu kaufen.
Only Us
Ein Titel von Peter Gabriels Album US, bisher relativ unterrepräsentiert in dieser Sammlung von frisch aufgearbeiteten Songs. Ein werk-treues Cover, erneut mit Lori Lyoner als Vokalistin. Ich mag diese Version des Songs, bin aber mit der „reinknarzenden“ Gitarre nicht jeden Tag glücklich.
Mercy Street
Uuuuh, da muss man aufpassen, wenn man sich an so ein Stück rantraut, das vielen Fans sehr viel bedeutet. Hier wird dann an auch sehr wenig experimentiert. Dem einen mag schon missfallen, dass Vokalistin Celine Du Terte sich manchmal nicht entscheiden kann, ob sie in ihrer eigenen Stimme oder eher als (passable) Kate Bush-Emulation singen will. Die Phrasierungen sind nicht sklavisch bei Peter abgeschaut, das finde ich gut.
14 Black Paintings
DIe 14 Gemälde wurden hier ins Spanische übertragen. Da das Original mit recht wenig Text auskommt, ist es kein Problem, dem zu folgen. Was ich besonders mag, ist der zweite Teil, die Coda, das Outro. Die Band hat erkennbar Spaß daran, dieses Stück aus dem Museum, in dem die 14 Bilder hängen, nach draußen auf Straßenfest zu entführen. Ich glaube, mein Lieblingsstück dieser Ausgabe.
Here Comes The Flood
Eine leicht beschleunigte Version des Originals. Ich weiß nicht, ob diese Beschleunigung gut tut. Für mich lebt der Song von den Momenten des Innehaltens, die hier verloren gehen.
Lead A Normal Life
Eines der experimentelleren Stücke auf peter gabriel 3, hier gesungen von Samantha Preis, sehr nahe am Original, die Musik etwas aufgefrischt, mit vokalen Haaah und Bipps, mit zwei Drummern, das merkt man gegen Ende. Haaah. Gut!
Nachgedanken
Allgemein bin ich weiterhin von der hohen Professionalität der Musiker:innen begeistert, vom grundlegenden Bass-Werk von Projekt-Initiator Jeremy Nesse über die dekorativen bis explorativen Ideen der WeltWeitBand bis hin zum stets klaren und soliden Mix.
Was ganz anderes. Am Anfang seiner Karriere gab Peter Gabriel seinen Alben keine Namen, sie hießen einfach peter gabriel 1, 2, 3 und 4. Er erklärte, dass seine Alben ja so etwas wie ein regelmäßig erscheinendes Magazin wären, und das würde ja auch nicht mit jeder Ausgabe einen neuen Titel bekommen.
So, jetzt setzen wir uns mal hin und stellen uns vor, wir hätten 1977 das Peter Gabriel-Magazin mit seinen jährlichen Ausgaben bestellt. Der Meister wäre, nach großzügigem Mitzählen von Live- und Soundtrack-Alben, so circa 30 Ausgaben im Rückstand…
Das Peter-Gabriel-Projekt through the wire hat heute Teil vier geliefert, wie immer bei bandcamp zu kaufen.
Exposure
Exposure ist per se ein experimentelles Stück vom zweiten Album von Peter Gabriel, ohnehin sein vermutlich experimentellstes. Das Cover bleibt dem Charakter des Stücks treu, modernisiert den Sound behutsam.
Excuse Me
Auf seinem ersten Album nach Genesis hat Peter Gabriel so ziemlich alles ausprobiert, unter anderem auch mit dem „Barbershop Quartet“ den Song Excuse Me. Ich denke, rückblickend wirft es einen Schatten voraus auf die Kollaborationen mit Randy Newman 20 Jahre später.
Die Zeile „I’m looking for Lost Angeles“ hat mich schon immer begeistert, ich mag solche Wortspiele 🙂 Die Lyrics schließen sich hier an die assoziativen Texte von The Lamb Lies Down On Broadway an.
The cheerleader waves her cyanide wand, there's a smell of Peach blossom and bitter almonde.
Die Version von through the wire ist werkstreu, inklusive des a capella Intros.
Don’t Break This Rhythm
Eines meiner Lieblingslieder aus der So-Ära, erschienen als B-Seite der Sledgehammer-Single. Auch dieses Cover sehr werktreu, mit female lead vocals von Lori Lynner, die mir sehr gut gefallen. Der Beat vielleicht etwas relaxter, flackernder als auf dem Original. Mein Favorit der Mai-Lieferung.
Wusste übrigens bis gerade nicht, dass Rhythm quasi ein Zwischenhalt auf dem Weg zur Mercy Street war.
Gabriel referred to Don’t Break This Rhythm as “the beta version” of Mercy Street.
Das sehr ruhige Indigo von Peter Gabriel’s zweiten Album wird hier zum Spoken Word-Stück, das ist in Ordnung, wird aber nicht jedem gefallen. Die Vortragende ist die (glaube ich) zweite Professorin im Künstler-Aufgebot, Le Anne Dunic mit ihrer Band The Deep Cove. Vermutlich etwas, dem ich noch weiter nachgehen werde.
Bashi-Bazouk
Eines dieser athmosphärisch dahinströmenden Stücke. Hier werktreu re-interpretiert von Bradford Reed. Auf der verlinkten Wikipedia-Seite stehen Details zu dem von ihm erfundenen Saiten-Instrument pencilina – klingt cool 🙂
Im großen und ganzen bin ich mehr als zufrieden mit den monatlichen Releases der virtuellen Großband um Jeremy Nesse und Deane Arnold. Die Songs klingen alle frisch, und da, wo die Künstler sich Freiheiten herausnehmen, haben sie bisher immer meinen Geschmack getroffen. Mich überrascht, wie präsent die Songs der oft als „Findungsphase nach Genesis“ klassifizierten Alben 1 und 2 in diesem Projekt (bisher) sind.
Lustigerweise sehen die Macher eine ganz ähnliche Aufteilung wie ich (in werktreu und kreativ).
Says Deane, „We’ve approached some of the songs as relatively faithful tributes, while others have been more broadly reinterpreted. Certain songs should be respected for how they were born. Others have room for new perspectives. In all cases, the music has depth that can lead to unexpected results.“
Das globale Musikerkollektiv, das unter dem Namen through the wire Peter Gabriel-Songs covert, hat seine April-Lieferung herausgebracht, hier bei Bandcamp zu kaufen. Die Songauswahl ist auch diesmal aus allen Epochen von Peter Gabriels Solo-Werk. Der Reihe nach:
Moribund the Burgermeister
Moribund the Burgermeister war das erste Lied auf Peter Gabriels erster LP, es handelt von einer Stadt (und ihrem Bürgermeister), die sich von einer unbekannten Gefahr bedroht sieht. Die Reaktion des Bürgermeisters ist zeitlos:
Oh Mother! It's eating out my soul Destroying law and order, I'm gonna lose control
und ein paar Zeilen später
"This is Moribund, the Burgermeister, I'm gonna keep this monster down, Somebody sent the subversive element; going to chase it out of town."
Zu dieser Version ist zu sagen, dass sie den Sound des Originals denkmalschützend renoviert.
Secret World
Ein weiteres werktreues Cover. Adam Rubenstein als Haupt-Vokalist wird hier von Angie Pollock unterstützt (die auf der Sting und Peter Gabriel Tour Rock Paper Scissors als Keyboarderin dabei war). (Und überhaupt, wo bleibt die DVD/Blue Ray von Rock Paper Scissors?)
Oh! But (AKA Daddy Long Legs)
Für mich das Highlight dieser Lieferung: Daddy Long Legs wurde auf der Back To Front Live 2013 LP zuerst veröffentlicht. Hier wird es allerdings von David Sancious auf der Orgel gespielt. Wer Orgel mag (wie ich), wird hier reinhören wollen.
I Have The Touch
Ein weiteres werktreues Cover, hier zur Abwechslung gesungen von einer Frau, Celine du Tertre. Netter Breakdown gegen Ende.
Slow Marimbas
Hier wird mal wieder ein Lied gegen den Strich gebürstet. Ich meine, Peter Gabriel hat das Ding auf Birdy aus gutem Grund Slow Marimbas genannt, eben weil darin Marimbas gespielt werden. Nun, kein Hinderungsgrund für kreative Musiker, das nicht auch mal auf Streichinstrumenten zu spielen. Mein zweitliebstes Stück dieser Lieferung!
>> Mit langwieriger Einleitung gibt’s hier meine Gedanken zu Teil 1 und 2 zu lesen.
Die Dame, die hier das erste Mal Solsbury Hill hört und dann auch noch fachkundig über Peter Gabriel Musik- und Gesangsstil referiert, ist im Hauptberuf Opern-Sängerin und Voice Coach (Gesangslehrerin).
Was ich faszinierend finde ist, ihr beim Zuhören zuzuschauen. Man kann auf ihrem Gesicht ablesen, wie sie zuerst irritiert über den 7/4-Rhythmus ist und im Geiste den Takt mitzählt.
Dass Peter Gabriel seinen Text auf die Beats 5,6,7,1 singt, ist mir in den 35 Jahren, die ich dieses Lied jetzt kenne, nicht aufgefallen. Er singt also gegen die Konvention, (im üblichen Vier-Viertel-Takt) auf 1 zu beginnen und auf 4 zu enden. (Circa:)
5to keep 6in silence 7i re1signed
5my friends 6would think 7i was a 1nut
Ich würde ja gerne mal Musik mit Ohren und Gehirn eine:r ausgebildeten Musiker:in hören … die ganzen Feinheiten, die Leute wie Peter Gabriel, Radiohead und wer weiß wer noch alles in ihre „Pop“-Songs reinschmuggeln, die ich vielleicht fühle, aber nicht verstehe, die ich dann hören und verstehen würde. Hm.
Es ist 12 Jahre her, dass Peter Gabriel seine Fans mit einem neuen Album beglückt hat, orchestralen Bearbeitungen von Songs anderer Leute, vulgo, ein Cover-Album. In der Zwischenzeit kamen eine Anzahl Singles, die sich mühelos an einer Hand abzählen lässt, Song-Collections und, naja, Re-Re-Re-Releases. (Irgendwas wie 47bit remastered und dann mit einer von der Mitte nach außen gravierenden Nadel in gepresstes Mars-Gestein geritztes So. Ich übertreibe geringfügig.)
Aber egal, was der Meister macht oder eben nicht macht, seine Musik inspiriert weltweit Menschen und eben auch solche die selbst Musik machen. Und mehrere von diesen haben sich unter dem Projekt-Namen through the wire zusammengefunden, um Peter Gabriel-Songs neu einzuspielen.
Ich schweife kurz ab, um zwei, drei Definitionen festzuklopfen, die mir für die Besprechung dieser Werke helfen sollen, bzw. euch nachvollziehbar machen sollen, was ich meine, wenn ich von creative covers spreche.
Unter einem werktreuen Cover verstehe ich, das jemand den Song so nachspielt, wie der Original-Künstler ihn gespielt hat, und so nachsingt (was Dinge wie Stimmfarbe und Phrasierung angeht), wie ihn der Original-Künstler gesungen hat. Auf der empfehlenswerten Compilation BBC Radio 2: Sounds of the 80s finden sich ein oder zwei solcher werktreuer Cover, z.B. Caro Emeralds Version von Walk Like an Egyptian oder Caravan of Love von Paul Heaton and Jacqui Abbott.
Die kreativen Cover hingegen nehmen sich einen Song vor und stellen ihn in einen neuen Zusammenhang. Ändern die Stimmung, bürsten Rock auf Piano und Geige auf Industrial. Smells Like Teen Spirit, die Definition von Grunge, inspirierte schon mehrere Künstler:innen, hier einfach mal genannt:
Tori Amos macht daraus ein Klavierstück
Erdmöbel singen eine gute deutsche Übersetzung zum eigenen Bläsersatz. (Riecht wie Teen Spirit auf No.1 Hits, auch empfehlenswert: Fahler als nur fahl (im Original: A Whiter Shade of Pale))
Bei Robert Glasper Experiment wird es zum Jazz
Auf dem schon erwähnten Sounds of the 80s (und seinem Part 2) finden sich erfreulich viele solcher kreativer Cover-Versionen, ich greife hier mal heraus:
Chrissie Hynde treibt ihrer Version von Everyday Is Like Sunday Morrisseys Lässigkeit aus, und das Dorf, das man zu bombardieren vergessen hat, wirkt gleich noch dröger.
Ward Thomas, die aus Michael Jackson’s Man in the Mirror einen Country-Song macht.
Kodaline reduziert die Geschwindigkeit von Michael Jackson’s Billie Jean erstmal auf die Hälfte, hat eine deutliche andere Intonation, klingt dem Thema angemessen verzweifelter.
Peter Gabriel’s Scratch My Back ist natürlich creative covers pur, hier klingt alles deutlich anders als im Original.
Natürlich gibt es einen fließenden Übergang zwischen werktreu und kreativ und es ist jeder Leserin überlassen, das alles für undurchdachten Unfug zu halten.
Das alles vorausgeschickt kommen wir nun zu dem, was uns das internationale Künstler-Kollektiv an Interpretationen von Peter Gabriel Songs vorlegt:
through the wire 1
START
Start ist der Auftakt von Peter Gabriel’s drittem Studio-Album. Aus den processed sax (elektronisch verzerrten Saxofons) werden hier processed violins und das macht es zum creative cover.
I Don’t Remember
Ebenfalls von peter gabriel 3, bleibt ziemlich dicht am Original, Prädikat: werktreu
Down To Earth
Im Original erschienen auf dem Wall-E-Soundtrack, lässt Gail Ann Dorsey (u.a. Bowie-Kollaborateurin, aber noch viel mehr) hier den Bass liegen und singt die Geschichte von der Zerstörung des Planten und die Rückkehr seiner menschlichen Bewohner aus dem extraplanetaren Exil. Die Musik machen die Brüder Pete und Tony Levin. Wobei Tony Levin seit dem ersten Album mit Peter Gabriel zusammengearbeitet hat.) Auf Grund der gänzlich anderen Stimmlage und Instrumentierung im Spektrum eher bei creative einzusortieren.
Growing Up
Von Peter Gabriel’s Up wieder eine sehr werktreue Annäherung an des Meisters Original.
The Tower That Ate People
Von Peter Gabriel’s Millenium Show/Album Ovo. Deutlich kreativ, indem Peter Gabriel’s am ehesten als Industrial einzusortierendes Werk hier von Tammy Scheffer ganz einfach auf a capella gedreht wird.
But the more we are protected
The more we're trapped within
Grandios!
Zaar
Zaar erschien auf Passion (Soundtrack-Album zu Martin Scorseses Film „The Last Temptation of Christ“), eines der genre-definierenden Weltmusik-Alben. Und hier? Muss es gänzlich ohne Weltmusik auskommen. Wird quasi als Gegenbewegung zu The Tower… industrialisiert. Ein sehr atmosphärischer Track und ein gelungener Abschluss des ersten Teils, dem noch viele folgen dürfen.
through the wire 2
Big Time
Das klingt deutlich anders als das Original von der Erfolgs-LP So, und ich gebe gerne zu, dass ich mich daran noch gewöhnen muss. Kreativ ist es allemal.
Curtains
Curtains ist ein Werk, das als Kleinod auf der B-Seite von Big Time zuerst veröffentlicht wurde und seitdem von Peter selbst immer mal wieder re-imagined wurde. Unter anderem war eine Version davon in der Adventure-Spiel-Reihe Myst zu hören.
Hier nimmt sich die indonesische Professorin für Ethnomusikologie Nyak Ina Raseuki (Ubiet) dieses Schätzchens an, steigt mit einem (vermutlich) indonesischen Vers ein, wechselt dann zu fast-chinesischen Flötenklängen ins Englische, um den erweiterten Original-Text zu singen. Während der Song ruhig wie das Original dahinfließt, scheinen sich die Drums zwischenzeitlich auf Abwege zu begeben. Ubiet improvisiert auf indonesisch und am Ende findet alles wieder harmonisch zusammen. Der Song bleibt eine Wundertüte!
Red Rain
Ein werktreues Cover, etwas rockiger betont als das Original von So. Der Gitarrenteil in der Mitte klingt wie David Gilmore, ca. 1990.
D.I.Y.
Album 3 ist in den ersten beiden Lieferungen gut vertreten, so auch hier mit einem eher werktreuen D.I.Y.
Lead a Normal Life
Ebenfalls von peter gabriel 3, ebenfalls eher in der Kategorie werktreu, noch ein bisschen leiser als das Original.
Ich freue mich auf die nächsten Lieferungen dieses Projekts. Wie immer gilt: Support Your Artists! Kauft euch die Teile auf bandcamp, wenn sie euch gefallen:
Ein Einblick in den Schaffensprozess von Paul Rand, der Logos (vielmehr: Corporate Identities) für Firmen wie IBM (ja, das Logo, an das Sie jetzt denken) und NeXT gestaltet hat. Sein Assistent Jayme Odger beschreibt in einigen Szenen, mit welcher Entschlossenheit Paul Rand an seine Aufträge herangegangen ist. Es gab von ihm nie eine Auswahl von Entwürfen. Der Kunde bestellte und bekam nach einigen Monaten ein Buch von Paul Rand, in dem sein Konzept komplett ausgearbeitet war. Keine Auswahl, keine Diskussion, kein zweiter Aufschlag.
Covering the entire doughnut shape with acetate, he used a rather large nib pen dipped in white ink to deftly draw a linear serpent eating its own tail over the torus shape—an ouroboros appeared as if out of nowhere. Done. No sketches, no indecision; in less than 15 minutes, with minimal material, he had created the cover art for Erich Neumann’s book The Origins and History of Consciousness for Bollingen Publishers. It was done in a stream-of-consciousness style. The whole thing left me spellbound as I witnessed an act of supreme mastery.
In the collection of stories, Monáe and the other writers build on the album’s „Afrofuturistic world“ by „exploring how different threads of liberation — queerness, race, gender plurality, and love — become tangled with future possibilities of memory and time in such a totalitarian landscape…and what the costs might be when trying to unravel and weave them into freedoms,“ according to the press release.
Heute mit “It’s Different Now” von Joy Bogat. Ganz feiner R&B mit einer frischen Stimme. Zum Rein-/Ankuscheln.
Darauf vereint die in Hannover lebende Musikerin NeoSoul, Alternative-RnB, HipHop und IndiePop zu einem warmen, groovenden Sound, getragen von ihrer außergewöhnlichen Stimme.
https://joybogatmusic.com
Natürlich auf Bandcamp gekauft, damit unsere Artists was zu futtern haben:
Eine gute Woche, was frische Musik angeht: Es gibt altes Material von Radiohead und neue Alben von Tori Amos und Joan As Police Woman.
Um Kid Amnesiac wird ja allerorts genug Wirbel gemacht, daher hier zu Tori Amos, die mit Ocean to Oceanein Album herausgebracht hat, das ich von Instrumentierung und Entspanntheit des Songwritings in eine Reihe mit Scarlet’s Walk und The Beekeeper stellen möchte. Als meine Lieblings-Songs haben sich recht schnell etabliert:
Spies („Knowing this may help you make, make it through the night on lullabies“)
Metal Water Wood (Was auch von einem 1980er Kate Bush-Album durch die Zeit in Toris Hände gefallen sein könnte.)
29 Years („On her weapon my fingerprints“)
[T]he wonderfully eccentric Spies – with its locomotive bass and drums and its mentions of aardvarks – is an account of the bats and other creepy-crawlies that entered the Cornish house at night during the July heatwave and terrorised her daughter, asleep in the sitting room.
[…]
It is no coincidence that the songs which emerged from the darkest places are the ones that sound most like Amos’s earliest material. The exquisite plea of “take my shattered dreams” in “Metal Water Wood” recalls the most moving moments of “Jackie’s Strength”.
Und dann ist da The Solution Is Restless von Joan As Police Woman mit Tony Allen und Dave Okumu, ein ganz fantastischer Jam!
Joan und Tony Allen spielten zusammen mit Dave Okumu in einem Pariser Studio 2019 das Material ein, das Joan dann während des Lockdowns in Songs umarbeitete und mit ihren Lyrics ergänzte. Ein wundervolles Album, ob zum einfach laufen lassen, oder zum dazu bewegen oder darüber nachdenken oder …
Bitte Künstlerinnen unterstützen und auf Bandcamp kaufen 🙂
… eine große Rolle im Leben vieler Menschen, sei es zum Austoben bestimmter Persönlichkeitsaspekte, die wir in real life lieber nicht rauslassen, sei es zum Entspannen, Basteln, Bauen, Stadtplanen, Welt erobern. Mensch braucht Spiele und damit auch andere Menschen, die Spiele (im engeren Sinne hier: Computerspiele) herstellen.
One of our main goals was to make a game that looks like a beautiful sketchbook that gets colored by watercolor washes as the world and its characters evolve.
Cozy Grove lead artist Noemí Gómez
Die in dem Artikel versammelten Spiele nehme ich als Tipp, sie mir mal näher anzusehen.
100 Frauen
Ein Buch, das 100 Frauen in der Computerspiele-Industrie portraitiert: 100 WOMEN IN GAMING als kostenloser Download (PDF), wobei ich nach ein bisschen schmökern das schon gerne als „richtiges“ Buch hätte. Neben den Portraits gibt es eine Zeitleiste mit den wichtigsten Spielen/Entwicklungen und viele „A Day in the Life of …“ Einblicke in den Arbeitsalltag von Spieleentwicklerinnen, Storyschreiberinnnen, Leveldesignerinnen …
Das Hase-und-Igel-Spiel zwischen Softwareherstellern und Raubkopierern hatte begonnen. Erstere entwickelten immer ausgefeiltere Laderoutinen und Schutzmechanismen, letztere konterten mit speziellen Kopierprogrammen, die geschützte Programme einlesen und dann ungeschützt auf eine Leerkassette ausgeben können.